Haut und Knochen – Teil 12

Der gerichtsmedizinische Kollege saß am Schreibtisch, las die Sportnachrichten im Internet und aß Mettbrötchen dazu. Er lächelte Greiper freundlich an: „Wollen Sie auch eins? Da ist noch eins ohne Zwiebeln.“ – „Danke, ich hab schon gefrühstückt. Außerdem finde ich diesen Ort nicht besonders appetitanregend.“ – „Och“, sagte der Mann im weißen Kittel, „man gewöhnt sich daran, zwischen lauter Leichen und toten Teilchen sein Frühstück einzunehmen. Könnte ich hier nicht essen, läge ich selbst bald auf dem Tisch.“ Er kaute noch ein paar Mal und schluckte den Brei aus Brötchen und rohem Schweinefleisch runter. „Was kann ich denn für Sie tun?“

„Greiper, mein Name, Hauptkommissar Greiper. Nach meinem Informationen sind alle Leichenteile, die man in den AMEK-Filialen gefunden hat, inzwischen hier eingetroffen.“ – „Nicht nur eingetroffen, sondern ziemlich intensiv analysiert.“ – „Und? Irgendwelche Erkenntnisse?“ – „Sie meinen neue Erkenntnisse? Den Bericht vom Kollegen vom vergangenen Freitag haben Sie ja…“ – „Ja, mich würde momentan weniger interessieren, wann und wie der Mann zu Tode gekommen ist, sondern vielmehr, wer er war.“ – „Mmh, die DNA ist unterwegs zum Abgleich. Das wird wohl Mittwoch werden bis wir erfahren, ob die Erbmasse irgendwo in einer Datenbank steckt. Mir sind ein paar Sachen aufgefallen.“ – „Zum Beispiel?“ Der Forensiker war aufgestanden und hatte sich die fettigen Finger am Kittel abgewischt, der auch nicht mehr ganz frisch aussah. Er ging vor: „Ich zeig’s Ihnen.“ » ganz lesen

publiziert am 26.10.14 in Einzelteile ¦ 37x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Hallo, Krebs…

Thibaud nahm seine Mütze ab, setzte sich ans Kopfende und sagte: “Albert ist tot.” Nicht nur ich sah ihn verwirrt an. “Wer?” fragte Evi. “Albert Winzen, mein alter Schulfreund Albert.” Die Gruppe verfiel wieder ins Gespräch, nur Zilly sah ihn und sagte: “Mein Beileid.” Thibaud winkte ab. “So eng waren wir nicht miteinander. Ich würde nicht einmal sagen, dass wir Freunde waren. Schulkameraden, vielleicht – wobei ich das Wort Kamerad in diesem Zusammenhang hasse.” – “Aber ihr hattet Kontakt?” setzte Zilly nach. “Nach dem Abi hatten wir uns gut dreißig Jahre nicht gesehen. Dann lief er mir zufällig in Trier über den Weg. Wir tauschten Telefonnummern und Mailadressen aus. Nach ein paar Wochen mailte er mir, er sei dann und dann in der Stadt, ob wir nicht ein Bier zusammen trinken wollten. Wir verabredeten uns.” » ganz lesen

publiziert am 26.09.14 in Thibaud ¦ 205x gelesen ¦ 1 x kommentiert

Haut und Knochen – Teil 11

Und dann brach der mediale Sturm los. Nein, die örtlichen Blättchen, die der PR-Berater Schreiner nach bestem Wissen und vorhandenem Gewissen eingespannt hatte, die von existenzängstlichen Chefredakteuren in Absprache mit den Anzeigenabteilungen auf Linie gebrachten Tageszeitungen, deren Personalmenge in direkter Relation zur Anzahl der AMEK-Anzeigen stand, die verhielten sich brav. Als man aber dem charmanten Marketing-Chef, zuständig für Europa, Afrika und den mittleren Osten, die wichtigste Tagespresse zum späten Frühstück reichte, da fiel ihm buchstäblich das Croissant aus der manikürten Hand: Das führende Boulevardblatt hatte die Geschichte mit den gefundenen Teilen zum Aufhänger gemacht. Die Überschrift lautete schlicht: „Igitt – Leichenteile im Möbelmarkt!!!“ Abgebildet war eine Schublade, in die der versierte Fotograf zu Illustrationszwecken ein gutes Pfund sauber eingeschweißtes Hack appliziert hatte. Die ehrlichen Finder – Herr und Frau Lehrer hatten dann doch auf den Einkaufsgutschein verzichtet und stattdessen eine nette Aufwandsentschädigung von der Redaktion bezogen – schilderten die Angelegenheit in den schillerndsten Farben, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass es ja wohl Aufgabe der AMEK-Leute sei, ihren Kindern solche Anblicke zu ersparen. » ganz lesen

publiziert am 04.04.14 in Einzelteile ¦ 472x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Clooney wechselt

Bitte lesen Sie die Clooney-Geschichten in Zukunft in der Rainer’schen Post.

publiziert am 02.04.14 in Windhund namens Clooney ¦ 812x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Unser Tölenalltag

clooneyZugegeben, so ganz richtig oft findet der beispielhafte, hier geschilderte Alltag nicht statt. Dafür ist der Job eines Freiberuflers zu unstet. Selbst wenn er wie ich vorwiegend von Zuhause aus arbeitet. Zwar ist Clooney ziemlich gut als Bürohund, aber eben noch nicht in fremden Büro oder den anderen Orten, an denen ich meine Kunden treffe. In der Verwaltung, in der Claire arbeitet, ist er dagegen nicht nur ein braver Köter, sondern auch der Schwarm der Kolleginnen. Deshalb geht er in der Regel einmal in der Woche – so sagen wir – “arbeiten”. Dann fährt morgens mit Claire und hat sein Hauptqurtier in ihrem Büro, wo er dann seinen Fans Audienzen gibt. Nicht ohne vorher in der ersten Etage die obligatorischen Leckereien abzugrasen. Trotz allem schält sich jetzt, wo die wesentlichen Standardkommandos sitzen und die welpische Hektik nachlässt, eine Art Tölenalltag heraus. » ganz lesen

publiziert am 30.03.14 in Windhund namens Clooney ¦ 495x gelesen ¦ noch kein Kommentar

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