Hallo, Krebs…

Thibaud nahm seine Mütze ab, setzte sich ans Kopfende und sagte: “Albert ist tot.” Nicht nur ich sah ihn verwirrt an. “Wer?” fragte Evi. “Albert Winzen, mein alter Schulfreund Albert.” Die Gruppe verfiel wieder ins Gespräch, nur Zilly sah ihn und sagte: “Mein Beileid.” Thibaud winkte ab. “So eng waren wir nicht miteinander. Ich würde nicht einmal sagen, dass wir Freunde waren. Schulkameraden, vielleicht – wobei ich das Wort Kamerad in diesem Zusammenhang hasse.” – “Aber ihr hattet Kontakt?” setzte Zilly nach. “Nach dem Abi hatten wir uns gut dreißig Jahre nicht gesehen. Dann lief er mir zufällig in Trier über den Weg. Wir tauschten Telefonnummern und Mailadressen aus. Nach ein paar Wochen mailte er mir, er sei dann und dann in der Stadt, ob wir nicht ein Bier zusammen trinken wollten. Wir verabredeten uns.” » ganz lesen

publiziert am 26.09.14 in Thibaud ¦ 188x gelesen ¦ 1 x kommentiert

Haut und Knochen – Teil 11

Und dann brach der mediale Sturm los. Nein, die örtlichen Blättchen, die der PR-Berater Schreiner nach bestem Wissen und vorhandenem Gewissen eingespannt hatte, die von existenzängstlichen Chefredakteuren in Absprache mit den Anzeigenabteilungen auf Linie gebrachten Tageszeitungen, deren Personalmenge in direkter Relation zur Anzahl der AMEK-Anzeigen stand, die verhielten sich brav. Als man aber dem charmanten Marketing-Chef, zuständig für Europa, Afrika und den mittleren Osten, die wichtigste Tagespresse zum späten Frühstück reichte, da fiel ihm buchstäblich das Croissant aus der manikürten Hand: Das führende Boulevardblatt hatte die Geschichte mit den gefundenen Teilen zum Aufhänger gemacht. Die Überschrift lautete schlicht: „Igitt – Leichenteile im Möbelmarkt!!!“ Abgebildet war eine Schublade, in die der versierte Fotograf zu Illustrationszwecken ein gutes Pfund sauber eingeschweißtes Hack appliziert hatte. Die ehrlichen Finder – Herr und Frau Lehrer hatten dann doch auf den Einkaufsgutschein verzichtet und stattdessen eine nette Aufwandsentschädigung von der Redaktion bezogen – schilderten die Angelegenheit in den schillerndsten Farben, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass es ja wohl Aufgabe der AMEK-Leute sei, ihren Kindern solche Anblicke zu ersparen. » ganz lesen

publiziert am 04.04.14 in Einzelteile ¦ 454x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Clooney wechselt

Bitte lesen Sie die Clooney-Geschichten in Zukunft in der Rainer’schen Post.

publiziert am 02.04.14 in Windhund namens Clooney ¦ 788x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Unser Tölenalltag

clooneyZugegeben, so ganz richtig oft findet der beispielhafte, hier geschilderte Alltag nicht statt. Dafür ist der Job eines Freiberuflers zu unstet. Selbst wenn er wie ich vorwiegend von Zuhause aus arbeitet. Zwar ist Clooney ziemlich gut als Bürohund, aber eben noch nicht in fremden Büro oder den anderen Orten, an denen ich meine Kunden treffe. In der Verwaltung, in der Claire arbeitet, ist er dagegen nicht nur ein braver Köter, sondern auch der Schwarm der Kolleginnen. Deshalb geht er in der Regel einmal in der Woche – so sagen wir – “arbeiten”. Dann fährt morgens mit Claire und hat sein Hauptqurtier in ihrem Büro, wo er dann seinen Fans Audienzen gibt. Nicht ohne vorher in der ersten Etage die obligatorischen Leckereien abzugrasen. Trotz allem schält sich jetzt, wo die wesentlichen Standardkommandos sitzen und die welpische Hektik nachlässt, eine Art Tölenalltag heraus. » ganz lesen

publiziert am 30.03.14 in Windhund namens Clooney ¦ 479x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Komma acht, Komma eins (3)

zx81Im Dezember 1980 wurde mein Sohn geboren. Rosenmontag 1981 starb meine Mutter. Wir übernahmen ihre Wohnung in Pempelfort, das Vierte, in dem ich mich von meinem zehnten bis zu meinem dreiundzwanzigsten Lebensjahr rumgetrieben hatte. Da die Mutter meines Sohnes schnell wieder eine gut dotierte Stelle gefunden hatte, wurde ich zum hauptberuflichen Vater und Hausmann. Geld war trotzdem knapp, also nahm ich eine Nachtarbeit an. Es war nicht ganz einfach, die Stelle zu bekommen, denn die Landeszentralbank (LZB) verlangte nicht nur ein polizeiliches Führungszeugnis, sondern die Beleumundung durch mindestens zwei Bürgen. Außerdem gestaltete sich der Weg zum Vorstellungsgespräch im Gebäude an der Berliner Allee schwierig – noch immer herrschte die Paranoia gegenüber “den Terroristen”, und gerade Finanzinstitute schienen besonders bedroht. Im Foyer wurde ich fast eine halbe Stunde festgehalten, dann mit einem Sicherheitstyp im Aufzug nach oben eskortiert. Dort war eine weitere Anmeldung, wo ich noch einen Zettel ausfüllen und unterschreiben musste. » ganz lesen

publiziert am 27.03.14 in Stadtgeschichten ¦ 524x gelesen ¦ noch kein Kommentar

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