aus dem Februar 2007
Und wieder bildeten wir das Empfangskomitee für Thibaud. Wieder stand die alte Clique, die aus seinen alten Schülern und Schülerinnen bestand, fast vollzählig vor dem Nebenausgang der Haftanstalt auf dem Gehsteig. Hanshubert bot Zigaretten an, aber die meisten hatten das Rauchen aufgegeben. Ulla stand da in ihrem weiten Mantel, unbeweglich und konzentriert, während Wolle eine Sektflasche schwenkte und grinste. Natürlich hatte uns die Nachricht, dass Thibaud seine Reststrafe hatte absitzen müssen, schockiert. Zilly war die erste gewesen, die Ulla anrief: “Er wird nie vernünftig handeln,” hatte sie gesagt. Denn er war tatsächlich nach Hamburg gefahren, hatte diesem hässlichen Anwalt tatsächlich aufgelauert und ihn verprügelt, obwohl er hätte wissen müssen, dass er damit gegen die Bewährungsaulagen vertieß. Immerhin hatte er nur sechs Wochen Haft aushalten müssen, und Ulla berichtete, dass er gar nicht traurig darüber war, weil er im Knast Zeit hätte, endlich Proust komplett zu lesen. .: mehr :.
