Geschichten aus dem März 2009
Ich war mir nicht sicher, ob ich den Nacktmann wirklich näher kennen lernen wollte. Aber eines Abends, ich hatte den ganzen Tag über geschrieben und hatte Kopfschmerzen, bog ich nach einem Spaziergang in die Gasse mit den Bungalows ein. An seinem Klingelschild stand kein Name. Eine ältere Frau in Kittelschürze öffnete und zeigte mir wortlos den Weg ins Wohnzimmer. ‘Hallo, schön dich zu sehen. Setz dich.’ Erich lümmelte in einem plüschigen Ohrsensessel, auf dem Beistelltisch dampfte eine Tasse Tee. ‘Auch eine,’ fragte er. Ich nickte. ‘Maria,’ rief der Nacktmann, ‘bring bitte noch eine Tasse für den jungen Mann hier. Entschuldige, ich habe deinen Namen vergessen…’ Ich räusperte mich: ‘Thibaud.’ – ‘Hast du auch einen Vornamen?’ – ‘Das ist der Vorname.’ Die Frau kam herein und stellte eine Tasse für mich hin. ‘Das ist Maria,’ sagte der Nacktmann, ‘meine Haushälterin. Wie lange bist du schon bei mir, Maria?’ Sie antwortete nicht. ‘Maria kommt aus Portugal und redet nicht gerne.’ Sie war wieder verschwunden. Ich saß ihm direkt gegenüber und konnte meinen Blick kaum von seinem Geschlechtsteil abwenden. Das Ding führte ein Eigenleben, zuckte manchmal, hatte sich leicht aufgerichtet als Maria hereingekommen war und schrumpfte wieder zusammen. .: mehr :.
Thibaud erzählte uns die Geschichte vom Nacktmann:
“Ich wohnte damals in einem Viertel am Nordrand der Stadt. Man hatte in den Winkel zwischen zwei Autobahnen fünf, sechs Hochhäuser und einige Reihenbungalows gebaut. Meine Wohnung im elften Stock war klein, hatte aber einen Balkon, von dem aus ich das Viertel, das Autobahnkreuz und einen Teil der Stadt überblicken konnte. Eines Tages im Sommer bemerkte ich zum ersten Mal den Nacktmann in seinem Garten. Er bewohnte einen der Bungalows direkt unterhalb des Hochhauses. Ich sah ihn nackt in der Sonne mitten auf dem Rasen liegen. Damals mied ich das Viertel so gut es ging, fuhr zur Arbeit in die Stadt, erledigte dort meine Einkäufe und kehrte abends zurück oder ging in eine Altstadtkneipe. Wenige Tage nachdem ich ihn erstmals gesehen hatte, traf ich den Nacktmann draußen. Er saß auf einer Bank im Park, der an die Felder angrenzte. Ich war nur vor die Tür gegangen, um mir ein wenig die Beine zu vertreten. Ich kam auf ihn zu, er grüßte und lächelte dabei. .: mehr :.
