aus dem September 2009

Widerstand

“Und,” fragte Thibaud in die Runde, “was wollen wir jetzt tun? Wie sollen wir Widerstand leisten?” Nach den letzten Wahlen hatte man uns durch allerlei Repressalien in den Untergrund gedrängt, und wir trafen uns nicht mehr in Kneipen oder Bars oder in unseren Privatwohnungen. Olivia hatte ein verfallenes Haus am Rande des Friedhofs entdeckt, das über einen intakten Kellerraum verfügte. Dort hielten wir seit dem Monat, der die Hälfte der Legislaturperiode bezeichnete, unsere konspirativen Besprechungen ab. Auf den Kontakt per Mobiltelefon und Internet hatten wir schon vor längerem verzichtet – da hatte die Partei, die sich angeblich für Bürgerrechte einsetzt, den Vorschlägen für die flächendeckende Überwachung ergeben und den entsprechenden Gesetzen zugestimmt. Unsere Depression war nun der Wut gewichen und der Einsicht, dass wir etwas tun müssten. “Militanz kommt nicht in Frage!” warf Hanshubert ein, unser Wackelkandidat, denn als Besserverdiener hatte er deutlich von den Steuersenkungen der Regierung profitiert. .: mehr :.

.: von iseb am 28.09.09 um 12:04 :. .: 321x gelesen :. .: noch kein Kommentar :.

Katastrophen

“Es riecht nach Katastrophe”, sagte Thibaud und sah sich in der Runde um. “Als ich heute morgen gegen halb sechs halb wach da lag, hörte ich ein dumpfes Grollen. Geräusche tief fliegender Passagierjets, die Kreise über der Stadt zogen. Dann begannen die Sirenen der Feuerwehr zu schreien. Es würde ein Unglück geben, da war ich mir sicher. Schlief aber wieder ein.” Keiner von uns reagierte, vielleicht weil alle auf eine Fortsetzung warteten. Tatsächlich fuhr er fort. “Vor nicht langer Zeit war ich mir eines Nacht auch völlig sicher, dass es zu einer Katastrophe kommen würde. .: mehr :.

.: von iseb am 16.09.09 um 23:13 :. .: 470x gelesen :. .: noch kein Kommentar :.