Königskinder 10

Also hatte sich das Verhältnis zwischen Jojo und Ronny einerseits entspannt, war aber andererseits ins Ungleichgewicht geraten. Zwar florierte die Kanzlei, aber was die Verteilung der Arbeit anging, hätte Johannes ein schlechtes Ge-wissen haben müssen. Schließlich tauchte er selten öfter als fünf, sechs Mal pro Monat dort auf, befasste sich überhaupt nicht mit den Mandanten und deren Fällen, sondern setzte die Praktikanten nur zu eigenen Zwecken ein. Zum Umsatz der gemeinsamen Firma trug er nichts bei, denn was er mit seinen Fernseh- und Werbejobs verdiente, floss in seine Privatschatulle.

Nachdem Raffael Studium und Referendariat erfolgreich absolviert hatte und von Ronny mit einem Anstellungsvertrag versorgt worden war, spitzte sich die Lage zu. Rechtsanwalt Horben und sein junger Kollegen sprachen oft über das Verhalten Felsheimers und schaukelten sich in ihrer Empörung gegenseitig auf. Dass sie den doch eigentlich nicht bräuchten, sagte Junganwalt Weilch ein ums andere Mal und erntete dafür ein Kopfnicken seines Mentors.

publiziert am 02.12.12 in Einzelteile ¦ 1213x gelesen ¦ noch kein Kommentar