Die Seite 16

Schlafende Hunde (17)

Die Französische Bulldogge ist in der Regel weder Raufer noch Kläffer oder Jäger. Sie ist hitze- und kälteempfindlich und hat eine Lebenserwartung von 8 bis 10 Jahren. Der Bully ist muskulös, beweglich und drahtig, sein Haar ist fein, kurz und glänzend. Die Haltung der Französischen Bulldogge ist fast überall möglich, auch und gerade in der Großstadt, sofern der kurzläufige und kurzatmige Hund nicht zu viele Treppen steigen muss. Für die Haltung im Zwinger ist er absolut ungeeignet, er braucht unbedingt viel Zuwendung. Er ist ein pflegeleichter und unkomplizierter Begleit- und Gesellschaftshund, der auch für den Hundeanfänger und Familien mit Kindern geeignet ist.

Es ist einfach, Vorurteile gegen Taxifahrer zu entwickeln. Vorurteile, die je nach Breite und Tiefe der einschlägigen Erfahrungen an den Rändern in Richtung Rassismus ausfransen können. Eigentlich fahre ich gerne Taxi, es ist ein Luxus, den ich immer genossen habe – jedenfalls seitdem ich es mir leisten kann, jederzeit bei Bedarf eines zu rufen und mich chauffieren zu lassen. Es gab einen Zeitpunkt vor einigen Jahren, ab dem mir nach und nach die Freude am Taxifahren verleidet wurde. Wie soll jemand, der seine Heimatstadt nie länger als ein halbes Jahr verlassen hat, ertragen können, wenn ein Fahrer den Weg von A nach B, den Taxichauffeure seit Jahrzehnten auf die immer gleiche Art nehmen, ignoriert und bei der Ankunft ein um mindestens zwanzig Prozent höherer Betrag auf der Uhr steht als sonst? Wenn der Mann am Steuer einen nach der Angabe des Fahrtziels verständnislos anschaut und fragte: Wo iss dassen? Wenn der Herrscher des Wagens das Fenster, das man ein wenig geöffnet hat, ferngesteuert wieder schließt, ohne auch nur etwas dazu zu sagen? Wenn be-hauptet wird, man können auf einen Hunderter nicht herausgeben, da müsse man eben bei einer Tankstelle zum Wechseln vorbeifahren, das würde aber extra kosten? » ganz lesen

publiziert am 15.10.15 in Schlafende Hunde ¦ 773x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Schlafende Hunde (16b)

Alles hängt mit allem zusammen, behaupten die Theoretiker des Chaos. Nichts ist mit nichts verbunden, finde ich. Natürlich ist diese Aussage pure Provokation, denn das Gesetz von Ursache und Wirkung zu leugnen, hieße die Physik, die uns laufen lässt, zu negieren. Trotzdem erlebe ich persönlich eher den Zufall als die Determination. Das mag an meinem beschränkten Horizont liegen, an meinem Mangel an Intelligenz und Geduld, Eigenschaften, die nötig sind, um Ereignisse in größere Zusammenhänge zu stellen. Der größtmögliche Zusammenhang, den zu überblicken ich in der Lage bin, ist mein eigenes bisschen Leben. Ich wurde geboren. In eine kleinbürgerliche Welt. Geordnete Verhältnisse bis zum sechzehnten Lebensjahr. Familienfeiern mit Onkel und Tanten, Ferien in Bayern. Eltern, die sich immerhin kaum stritten, sich vielleicht sogar liebten. Klare Unterschiede, klare Rollen. Meine Mutter mit dem Hintergrund von vier Volksschuljahren und sechs Jahren als Telefonistin im Krieg, mein Vater mit einem Notabitur und unbändigem Ehrgeiz, der sich per Fernstudium in die Juristerei hineingebohrt hatte und schließlich Volljurist wurde. Syndikus bei einer Großbäckerei. Bescheidener Wohlstand. Dann starb mein Vater nach einem halben Jahr Krankheit. Das Ende der Gemütlichkeit. Vermutlich deshalb eine konfliktfreie Pubertät, kein Grund zum Widerstand. Ich blieb brav. Keine Drogen. Glatt durch die Schulzeit. Und so weiter. Jetzt frage ich mich, ob und was genau anders verlaufen wäre, hätte sich mein Vater nicht knapp drei Wochen vor meinem sechzehnten Geburtstag final verabschiedet. Hätte er mich angetrieben? Damit was aus mir wird? Hätte er mir gute Ratschläge geben können? Hätten wir Streit miteinander bekommen, schweren, lang andauernden Streit, der im totalen Zerwürfnis geendet wäre? Wer wäre ich jetzt? » ganz lesen

publiziert am 13.10.15 in Schlafende Hunde ¦ 2883x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Schlafende Hunde (16a)

Der Dalmatiner verfügt über ein angenehmes Wesen, freundlich, nicht scheu oder zurückhaltend und frei von Nervosität und Aggressivität. Er ist ein Laufhund. Im Hause ruhig und im Freien temperamentvoll. Aus diesem Grund benötigt er eine aktive Familie und eine konsequente Erziehung ohne viel Druck. Der Dalmatiner nimmt eine zu harte Erziehung übel, was sich dadurch äußert, dass er dazu neigt, auf stur zu schalten. Das Rudel (Familie) ist für den Dalmatiner sehr wichtig. Er will immer dabei sein und reagiert sensibel auf Spannugen. Er eignet sich daher weder für berufstätige Leute oder die Zwingerhaltung. Von Anfang an muss die Rangordnung innerhalb der Familie klarstehen, auch bei den Kindern, dass der Hund rangniedrigst ist. Vereinzelt kommen immer wieder Dominanzprobeme vor, (nicht geschlechtsabhängig) weil der Dalmtiner sich in der familiären Rangordnung nach oben schiebt, schon allein, weil sich die Familie nicht einig ist, was der Hund darf und was nicht. Der Hund merkt solche Unstimmigkeiten sofort und macht sich seine eigenen Regeln.

Dann brachen sich die anwesenden Hormone und die damit verbundenen Frustrationen Bahn. Schon bevor die Frau mit dem Greyhound auf meinem Radar aufgetaucht war, hatte ich einen auffälligen Mann im Visier. Ein großer Kerl, lateinamerikanischer Typ, schwarzer Anzug, und zwar vom Feinsten, weißes Hemd, keine Krawatte. Er war in Begleitung von drei menschlichen Bulldoggen aufgetreten, eine ging voraus, die beiden anderen hinter ihm. Ich schwöre, alle Augen aller anwesenden Frauen zwischen sechzehn und sechzig verfolgten jeden seiner Schritte bis er einen Stehtisch unter der großen Kastanie erreicht hatte. Er sah wirklich verdammt gut aus und strahlte einen Reichtum aus, der ins Märchenhafte spielte. Seinen Gesichtsausdruck, den er übrigens die ganze Zeit beibehielt, würde ich als wohlwollend überlegen bezeichnen. Er sprach nicht mit seinen Wachhunden, bestellte auch nicht beim Kellner, das übernahm einer seiner Begleiter, derjenige, der passend zur Glatze auf dem Quadratschädel eine beeindruckenden Narbe im Gesicht trug. Man servierte Champagner von der teuren Sorte. » ganz lesen

publiziert am 11.10.15 in Schlafende Hunde ¦ 440x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Schlafende Hunde (15)

Der Golden Retriever ist ein intelligenter, freudig arbeitender Hund, dem auch extreme, nasskalte Witterungsbedingungen nichts ausma-chen. Dem steht allerdings eine relativ starke Empfindlichkeit hin-sichtlich hoher Temperaturen gegenüber. Grundsätzlich ist die Rasse ruhig, geduldig, aufmerksam und niemals aggressiv. Sein Schutztrieb ist im Vergleich zu anderen Hunderassen – wenn überhaupt – nur rudimentär entwickelt. Das unter Retriever-Haltern bekannte Sprichwort: „Ein Golden vertreibt keinen Einbrecher; stattdessen freut er sich über den Besuch und hilft jenem die Wertsachen aus dem Haus zu tragen“ kennzeichnet die meisten Hunde dieser Art recht gut. Wie nahezu jede Hunderasse kann auch der nicht erzogene bzw. nicht fachmännisch zur Jagd ausgebildete Golden Retriever zum Wildern oder Streunen neigen. Allerdings ist er meist nicht wildscharf.

Schnell waren meine Gedanken bei Friederike, und ich frage mich, warum. Denn Männer denken normalerweise nicht an Frauen, mit denen sie was hatten, die aber verschwunden sind. Was weg ist, ist weg. Und: die Nächste, bitte… Frauen sind da ganz anders: Hatte man mehr als zwei- oder dreimal Sex mit ihnen, betrachten sie die Sache als Beziehung mit Potenzial in Richtung Liebe. Geht man auseinander ohne abschließende Diskussion, entwickeln sie einen starken Drang zur Klärung. Inzwischen hatten Maya und ich die Richtung gewechselt und kamen zuhause an. » ganz lesen

publiziert am 09.10.15 in Schlafende Hunde ¦ 756x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Schlafende Hunde (14)

Der Yorkshireterrier ist ein winziger Wolf im winzigen Schafspelz. Er ist ein echter Terrier, mutig, mit einer Schnauze voller spitzer Zähne. Trotz seines heutigen Lebens als Luxushund hat er noch viel von seinen Ahnen geerbt: Diese waren Ungeziefervertilger und Wettobjekte im Kampf Hund gegen Ratten. Natürlich ist er heute in erster Linie ein ausgesprochen liebenswerter Hausgenosse, aber auch ein passabler, aufmerksamer Wachhund, selbst von größeren Hunden oder fremden Menschen lässt er sich nicht weiter beeindrucken. Da es ihm nicht an Selbstsicherheit fehlt, gefällt sich der Yorkshireterrier im Ausstellungsring, wo er durchaus die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken versucht.

Dafür war ich dann morgens um halb sechs hellwach und stocknüchtern. Nach einer guten Dusche nahm ich Maya an die Leine. Zweiundneunzig Stufen abwärts. Aus der Tür, rechts rum, denn sie wusste ihren Weg. Im Park steuerte ich das Ende der großen Wiese an. Ich ließ Maya von der Leine. Sie schoss los, drehte ein paar richtig schnelle Runden und kam fröhlich hechelnd zurück zu der Bank, auf der ich mich niedergelassen hatte in der frühen Morgensonne, die hinter dem Dunst ihr Bestes gab. Ich drehte mir eine Zigarette von dem staubtrockenen Tabak, den ich in einer Schublade gefunden hatte, und rauchte sie in ein paar Sekunden weg. Mein Hund war inzwischen auf Erkundung. Es war ein friedlicher Augenblick, und ich war nicht allein. » ganz lesen

publiziert am 07.10.15 in Schlafende Hunde ¦ 749x gelesen ¦ noch kein Kommentar

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