Die Seite 17

Schlafende Hunde (13)

Im Süden Italiens hütet der Cane Corso sehr oft noch Rinder und Schafe. Er wird aber auch als Schutz- und Wachhund sowie als Polizeihund eingesetzt. Das ist aber eher die Ausnahme, denn die meisten Cane Corso sind Begleithunde und erfreuen den Besitzer in der Freizeit. Die imposante Erscheinung, sein angenehmes Wesen und seine Kinderfreundlichkeit haben den familien-bezogenen Hund in Italien viele Liebhaber finden lassen. Fremden gegenüber ist er zurückhaltend, besitzt aber eine hohe Reizschwelle. Mit anderen Hunden hat er kaum Probleme, wenn er im Welpenalter den Umgang mit anderen Hunden gelernt hat. Auf die Prägung und Sozialisierung des Welpen ist wie bei allen großen Hunderassen in den ersten 14 Wochen besonders Wert zu legen. Er ist ein intelligenter und bewegungsfreudiger Hund, der oft in seinem Bewe-gungsdrang gebremst werden muss. Besonders beim Spielen kann man sein Temperament erleben. Das Zentrum einer Großstadt ist für einen Cane Corso ebenso ungeeignet wie die Haltung in einer kleinen Wohnung.

Yvonne empfing mich im weißen Sommerfähnchen auf der Terrasse. Sie erhob sich mir zu Ehren und stutzte gleich ein bisschen als sie Maya sah. Mein Lieber, säuselte sie und bot mir die Wangen für Bussis dar. Meine Liebe, konterte ich und schmatzte sie links und rechts. Dein Hund? Ja, das ist Maya, die hab ich aus Spanien mitgebracht. Ah ja, kommentierte Yvonne, und ich dachte, du hättest es nicht so mit Hunden. Korrekt, gab ich zurück, aber das hat sich geändert, eine lange Geschichte, weißt du… Sie nahm das erst einmal hin, bot mir einen Platz am Tisch unter der Kastanie an und rief nach Concepta. Die peruanische Dienstmagd freute sich tierisch mich zu sehen. Mit spitzen Entzückensschreien warf sie sich auf Maya, die keine Zeit hatte, zu entkommen. Nachdem sie mehrfach auf spanisch zum Ausdruck gebracht hatte, was für ein wunderbarer Hund das sei, nahm sie die Order ihrer Herrin entgegen. Minuten später servierte sie ein kühles Getränk aus mir unbekannten Zutaten und baute je eine Porzellanschüssel mit Dosenfutter und Wasser vor Maya auf. Isse ßu dünn, bemerkte sie noch und verzog sich ins Haus. » ganz lesen

publiziert am 05.10.15 in Schlafende Hunde ¦ 392x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Schlafende Hunde (12)

Der American Staffordshire Terrier ist in den USA beheimatet. Ziel der Zucht war nicht mehr, wie beim Englischen Staffordshire Terrier, ein Kampfhund, sondern ein reiner Familienhund, mit möglichst hoher Toleranz gegenüber Kindern. Aufgrund dieser mittlerweile sprichwörtlichen Gutmütigkeit hat der Hund in den USA auch den Ehrennamen Nursery Dog (Kindermädchenhund) bekommen. Die Voraussetzungen zu diesem Zuchtschwerpunkt waren bereits in England gelegt worden, da der Staffordshire Terrier in einer Zuchtlinie als Kampfhund gezüchtet wurde, gleichzeitig in den ärmeren Schichten als Familienhund auf beengtem Wohnraum gehalten wurde. Der American Staffordshire Terrier hat keine Anlagen zur übersteigerten Aggression. Er ist meist Familienfreundlich. Ausdauernd, mutig, seinem Besitzer treu ergeben, guter Wachhund, anhänglich, ungestüm, sehr verspielt. Aufgrund seiner hohen angezüchteten Toleranz ist er Kindern gegenüber sehr geduldig, vor allem wenn er aus guter Zucht stammt. Wenn man ihn gut und konsequent erzieht, kann diese Rasse sehr viel lernen.

Wenn man einen Kontinent bereist oder wenigstens einen prägnanten Teil eines Kontinents, wenn man also eine Rundreise macht, dann bleiben die Wendepunkte am ehesten haften. Dieser Effekt scheint dafür verantwortlich zu sein, dass es Scharen von Europäern ans Nordkap treibt, wo sie dann im Nebel stehen und Richtung Pol starren. Klevere Marketingmenschen in der Tourismusbranche wissen das und platzieren daher diverse Land’s Ends und Finisterres an den Enden ihrer Länder. Das Land ist zu Ende, wo das Meer beginnt – und umgekehrt. Man steht an einem solchen Endzipfel und wünscht sich aufs Meer, um dann einen Endzipfel auf der anderen Seite des Ozeans zu entdecken. » ganz lesen

publiziert am 03.10.15 in Schlafende Hunde ¦ 417x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Schlafende Hunde (11)

Der Boxer soll nervenstark, selbstbewusst, temperamentvoll, freund-lich und ausgeglichen sein. Durch ihre relativ hohe Reizschwelle sind sie bei entsprechender Sozialisation Kindern sehr zuverlässige Spielgefährten. Der boxertypische Überschwang passt aber nur zu hunde-erfahrenen Kindern. Bei der Erziehung ist zu beachten, dass er durchaus seinen eigenen Kopf hat. Mit Gewalt lässt sich beim ihm nichts erreichen, wohl aber mit Geduld, da er ansonsten schnell die Mitarbeit verweigert. Geschlechtsgenossen gegenüber kann es vorkommen, dass er sich unleidlich verhält. Insgesamt ist der Boxer jedoch ein Hund, der wegen seines außergewöhnlich gutmütigen Wesens für erfahrene Hundehalter sehr geeignet ist.

Nein, auf meine Eskapaden bin ich nicht stolz. Im Gegenteil, eigentlich ist und war mir mein Verhalten an der Costa Blanca peinlich. Und ein schlechtes Gewissen hatte ich, denn bei halbwegs nüchterner Betrachtung wurde mir klar, dass ich dem Vorwurf, ich sei schwanzgesteuert, in jenen Tagen nicht wirklich etwas hätte entgegensetzen können. Auf den Etappen von Badeort zu Badeort habe ich intensiv mit Maya darüber debattiert und schließlich versucht, das virulente Mann-Frau-Problem, für das ich keine Lösung hatte, einmal aus der Hundeperspektive zu betrachten. Maya war als stolze Spanierin nicht besonders kommunikativ im Umgang mit anderen Hunden. Oder sagen wir: Sie war erheblich selektiv. Begegneten wir beispielsweise einem aus meiner menschlichen Sicht tollen Hund, einem knackigen Boxer zum Beispiel, konnte es sein, dass Maya ihn offensiv ignorierte, sich weder beschnüffeln ließ noch ihrerseits die Nase zur Beurteilung des Gegners einsetzte. Andererseits konnte eine Prome-nadenmischung von der Größe, Form und Farbe eines Meerschweinchens sie in Verzückung versetzen. Manchen anderen Hund betrachtet sie offensichtlich als Beute und erhoffte sich, dass dieser Reißaus nehmen möge, damit sie ihn jagen könnte. Stolze Rüden ließ sie gnädig eine Duftprobe an ihrem hinteren Ende nehmen, Hündinnen ihrer Couleur verscheuchte sie mit kleinen fiesen Bissen. Ein Muster war nicht zu erkennen. » ganz lesen

publiziert am 01.10.15 in Schlafende Hunde ¦ 1310x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Schlafende Hunde (10)

Dieser Hund benötigt viel Auslauf. Der Husky ist schwierig zu erzie-hen. Das Aufs-Wort-hören ist ihm nicht so einfach beizubringen, wie anderen Hunderassen. Das Ableinen ist in dicht besiedelten Gebieten nicht zu empfehlen. Wer seinem Husky etwas beibringen will braucht viel Energie, Geduld und Einfühlungsvermögen. Nur mit Liebe, Hundeverstand und viel Lob erreicht man bei ihm was man sich wünscht. Er ist ein sehr geselliger Hund mit einem fantastischen, ruhigen Wesen der sich mit anderen Hunden gut verträgt, wenn er von klein auf die Möglichkeit hat Kontakt mit anderen Artgenossen aufzunehmen. Als Wachhund ist er ungeeignet. Er bellt im Normalfall kaum und empfängt fremde Menschen freundlich in seinem Revier. Während man die Modehunde, (häufig auch Show-Dogs genannt) beinahe als alltagstauglich bezeichnen kann, sind die Rennhunde zum Teil sensible, hyperaktive Athleten, die nur rennen im Kopf haben und die Nachbarschaft zusammenschreien, wenn etwas darauf hindeutet, dass Training oder Fütterung bevorstehen.

Wir blieben noch ein paar Tage. Dann hatte ich genug vom ewigen malerischen Sonnenuntergang. Ich hatte auch keine Lust, jeden Tag bei Paco vorbeischauen zu müssen, damit der nicht beleidigt war. Als wir zwei Tage weg geblieben und am dritten Tag wieder den gewohnten Strand angesteuert hatten, würdigte er uns zunächst keines Blickes. Selbst Maya, die sofort zur Bude lief, ignorierte er. Dann holte ich mir ein Bier. Wo wart ihr? fragte er vorwurfsvoll. Ach, antwortet ich, wollte mal den anderen Strand ausprobieren. Warum? Ist doch perfekt hier. Oder schmeckt dir mein Bier nicht mehr? Er war anscheinend sauer. Doch, doch, gab ich zu, aber mir war nach Abwechslung. Du spinnst, meinte Paco, hast du eine gute Frau, gehst du dann auch zu einer anderen wegen Abwechslung? Na ja, dachte ich, könnte passieren, schüttelte aber den Kopf. Siehst du, warf er triumphierend ein. » ganz lesen

publiziert am 29.09.15 in Schlafende Hunde ¦ 593x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Schlafende Hunde (9b)

So wurden Maya und ich ein Paar. Natürlich nannte ich sie Maya, nicht nur zu Ehren Goyas sondern auch, weil es der erste Name war, der mir einfiel, nachdem sie ohne zu Zögern das Wohnmobil bestiegen und sich ganz selbstbewusst auf der Liegefläche ausgebreitet hatte. Schließlich lag sie da wie hingegossen, nicht wie ein x-beliebiger Hund sondern sehr elegant, die Vorderläufe unter dem schmalen Schädel verschränkt, die Hinterläufe leicht geöffnet – mich erinnerte das ein bisschen an Goyas berühmtes Gemälde, aber nur ein kleines bisschen. Jedenfalls hatte sie einfach so Schillers Platz eingenommen und war innerhalb von Sekunden eingeschlafen. Ich bugsierte Vasco auf die schmale Fähre, die kaum mehr als zehn Wagen Platz bot, das Schiff legte ab und schwamm, die Abendsonne rot zur Linken, den Odiel hinab nach Punta Umbria. » ganz lesen

publiziert am 25.09.15 in Schlafende Hunde ¦ 988x gelesen ¦ noch kein Kommentar

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