Die Seite 30

Mensch, Hund, Tier

clooney_whynotEine etwas ältere These der Verhaltensforschung rund um den Hund besagte, dass so ein Köter nur Mensch und Hund und Beute kennt. Daraus leiteten sich zwei Dinge ab, die heute von entsprechenden Forschern für falsch gehalten werden. Erstens dass der Hund seine Menschen als Hunde betrachtet, mit denen zusammen ein Rudel bildet. Zweitens dass Waldi alle Tiere für Hunde hält außer denen, die er jagen mag und kann. Es ist inzwischen hinreichend (u.a. neurobiologisch) belegt, dass so ein Fellträger WEISS, dass seine Menschen Menschen sind und dass die Domestizierung dafür gesorgt hat, dass der Hasso zwei komplett unterschiedliche Sätze an Verhaltensmustern ausprägen, speichern und getrennt abrufen kann. Gerade bei Rassen mit großem Will-to-please-Potenzial lässt sich das Umschalten am Hirn selbst messen. Momentan ist nicht sicher, ob der Canis familiaris das einzige Haustier mit dieser Fähigkeit ist – man vermutet Ähnliches vom Pferd. Womit wir beim Thema sind: Wie nimmt so eine Pelznase eigentlich andere Tiere wahr? Als Windhund ist Clooney Sichtjäger, zählt also zu der Sorte, bei denen der Jagdtrieb durch optische Reize ausgelöst wird. » ganz lesen

publiziert am 13.03.14 in Windhund namens Clooney ¦ 679x gelesen ¦ 3 x kommentiert

Fröhliche Rassisten

TesemDas gute an der ganzen Hundehalterei ist, dass man einigermaßen ungestraft mit dem Begriff „Rasse“ hantieren darf. Diejenigen, die dann hämisch grinsen, weil sie ja der Ansicht sind, es gäbe zuviele „Gutmenschen“ (übrigens ein reinrassiges Schimpfwort aus dem deutschen Nazi-Faschismus gegen alle, die nicht faschistisch waren…), freuen sich zu früh, weil ihr rassistischer, auf Menschen gemünzter Rasse-Begriff was ganz anderes ist: „Im Zuchtwesen wird die Bezeichnung Rasse bei Haustieren zur Differenzierung innerhalb einer Art verwendet.“ Im Zuchtwesen, lieber Rechtsdenker, nur im Zuchtwesen. Und nur bei Haustieren. Und damit kannst du dir alle scheinvernünftigen Argumente dafür, dass es auch bei Menschen Rassenunterschiede gibt, in eine Körperöffnung deiner Wahl schieben. Und um die Sache noch komplizierter zu machen: Wer trotzdem an das Vorhandensein von Menschenrassen glaubt und fordert, dass Menschen nach Rassen unterschiedlich zu behandeln sind, der ist ein Rassist. Also sind Antirassisten einfach nur vernünftige Menschen, die was gegen das Zündeln mit Worten haben. Also kann sich ein Mensch, der zu seinen Vorurteilen steht, rassistisch im Hundekomsos austoben. » ganz lesen

publiziert am 12.03.14 in Windhund namens Clooney ¦ 598x gelesen ¦ 7 x kommentiert

Haut und Knochen – Teil 9

„Guten Morgen. Wir sollten uns doch immer bewusst sein, wie privilegiert unsere Lage im Dezernat für Tötungsdelikte ist“, eröffnete Schimmel das Dienstgespräch mit Hauptkommissar Greiper, das er für neun Uhr im ganz großen Konferenzraum angesetzt hatte. „Was soll das werden?“ fragte Robert sofort, „Das Wort zum Montag? Oder die Ankündigung von Massenentlassungen?“ – „Lassen Sie mich bitte zunächst meinen Gedanken ausführen“, fuhr der Kriminaloberrat fort, „Die Kriminalstatistik besagt, dass es in unserem Zuständigkeitsbereich im vergangenen Jahr insgesamt dreizehn Fälle gab, sieben davon lösten Ermittlungen aus, der Rest konnte nach der Feststellung der Todesursache an andere Dezernate weitergeleitet werden.“ – „Ich kenn die Statistik, Schimmel“, maulte Greiper, „Worum geht’s?“ – „Bei den genannten sieben Fällen handelte es sich dreimal um Körperverletzung mit Todesfolge, wobei die Täter jeweils noch am Tatort verhaftet werden konnten, einen etwas ungewöhnlichen Selbstmord und drei waschechte Morde. In diesem Jahr gab es per Ende September genau zwei Fälle, in denen mehr zu ermitteln war als Todesursache und -zeitpunkt. Das bedeutet, dass sie, lieber Kollege Greiper, als einziger fester Mitarbeiter des Dezernats für Tötungsdelikte ungefähr alle drei bis vier Monate etwas zu tun haben.“ » ganz lesen

publiziert am 08.03.14 in Einzelteile ¦ 607x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Clooney, nachdenklich

just_clooneyUnser Sloughi-Bub ändert sich gerade. Besonders im Hinblick auf sein Verhalten. Man könnte sagen, dass er gerade erkennt: Das Leben ist kein Ponyhof. Er wurde kürzlich zum ersten Mal gebissen und dabei (sehr) leicht verletzt. In derselben Woche wurde er erstmals von einem erwachsenen Rüden auf derbste Weise zurechtgewiesen – und das mehrfach. Und am Wochenende hat er sich zum ersten Mal so sehr erschrocken, dass er so etwas wie Angst zeigte. Beim Versuch, in seinem Beisein das Ding aus dem Keller zu holen, fiel der Grill mit lautem Getöse und in seiner unmittelbaren Nähe auf den Estrich im Untergeschoss. Der Hund sprang panisch zur Seite und wollte anschließend über die Stufen der Treppen flüchten. Er ließ sich nur noch mit äußerster Anstrengung beruhigen. » ganz lesen

publiziert am 06.03.14 in Windhund namens Clooney ¦ 476x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Komma acht, Komma eins (1)

IBM-Kugelkopf_(2._Generation)Auch mein Einstieg in das, was ich später meinen Beruf nennen würde, hatte mit dem Computer zu tun. Wenn anfangs auch nur sehr indirekt. Schon beim Schulkollegium beim Regierungspräsidenten spielte die Datenerfassung eine Rolle. Insgesamt war ich aber doch eher der analoge Typ, der den Fotokopierer für die wichtigste Erfindung in Richtung Publizieren hielt. Denn noch länger als das Elektronenhirn spukte mir das Schreiben an und für sich durch den Kopf und durchs Leben. So lange ich denken kann, wollte ich nie etwas anderes sein als Künstler. Das begann schon so um mein zehntes Lebensjahr herum, die Zeit, in der ich die ersten schriftstellerischen Versuche unternahm. Mein Vater nannte sie „Einakter“, die winzigen Theaterstücke, die ich erfand und niederschrieb und außerdem der Familie vortrug. Eines davon hieß „Casablanca“; der Protagonist – es gab nur eine Figur – schwebte in seiner Raumkapsel über der Erde und kam dabei immer wieder an der großen marokkanischen Hafenstadt vorbei. Der Astronaut war ja zu Zeiten Gagarins sehr angesagt, und ich hatte mir anhand von Radioberichten und Zeitungsartikeln ein Bild vom Leben und Fühlen der Raumfahrer gemacht. Das Stück entstand im Spätherbst 1961 und ist leider verschollen. » ganz lesen

publiziert am 02.03.14 in Stadtgeschichten ¦ 775x gelesen ¦ noch kein Kommentar

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