Die Seite 36

Die Glanzzeit der Fotokopie (4)

rank_seesternBald galten Marion und ich unter den Kollegen als Paar. Und das obwohl wir das noch lange nicht waren. Schließlich steckten wir beide damals in mehr oder weniger festen Beziehungen. Aber was hieß das in den libertären Spätsiebzigern schon? Damals wurde fröhlich querbeet gebumst, und ein Fick mit einer fremden Person galt nicht viel. Heute heißt es dann ja immer, es sei die Zeit vor Aids gewesen, da hätten die Menschen beim Sex noch keine Angst verspürt. Das ist sicher der eine Grund für das unbeschwerte Durcheinander (das natürlich vor allem durch den allfälligen Gebrauch von Verhütungsmitteln, insbesonders „der Pille“, möglich wurde – Kerle lehnten damals jede Verantwortung für eine ungewollte Schwangerschaft ab mit der Begründung, die Frau hätte ja einfach die Pille nehmen können; Damen, die diese nicht vertrugen oder sie aus gesundheitlichen Gründen nicht nehmen wollten, waren so sexuell wenig attraktiv). Ein wesentlich Grund dafür aber, dass Sex als Vergnügen gesehen wurde, war sicher die Abwesenheit von Pronografie. Genauer: Von Pronografie aus den USA. Irgendwer hatte 1977 mal einen Super-8-Pornofilm mitgebracht, den die WG gemeinsam anschaute. Drei Paare, meine ich zu erinnern, trieben es in einem Billardsalon miteinander. Na ja… » ganz lesen

publiziert am 20.02.14 in Stadtgeschichten ¦ 706x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Hundeängstliche Eltern

hundeschuleUm es vorweg zu sagen: Es steht niemandem zu, Menschen zu kritisieren oder sich über Menschen lustig zu machen, die Angst vor Hunden haben. Ein großer Teil solcher Ängste liegt tief im archaischen Teil des humanen Gefühlsapparats vergraben und hat durchaus praktische Gründe. Jeder Hund ab einer gewissen Größe kann einen Menschen durch Bisse schwer verletzen, wenn nicht gar töten. Das ist eine Tatsache, und es die vielleicht größte Verantwortung, die Halter solcher Viecher tragen, diese daran zu hindern, Menschen zu verletzen oder zu töten. Nun wird ein einigermaßen im Rahmen seiner Domestizierung sich verhaltende Köter ohnehin keine Menschen angreifen. Tut ein Haushund das, liegt in aller Regel ein in ihn hinein konditioniertes oder nie durch Konditionierung ausgemerztes Fehlverhalten vor. Auch das ist eine Tatsache. Da nun aber gerade in der Stadt ein eher kleiner Prozentsatz der Halter sich ihrer Verantwortung bewusst ist und ihren besten Freund entsprechend ausgebildet hat, muss eine nicht kleine Anzahl an Kötern als potenziell gefährlich betrachtet werden. Und wer in dieser Situation mehr oder weniger Angst vor Hunden hat, dem sollten Hundehalter mit Verständnis begegnen und kein bescheuertes „Der tut nix!“ entgegenschleudern, während der 30-Kilo-Rüde mit speichelndem Fang auf den Fremden zugaloppiert. » ganz lesen

publiziert am 16.02.14 in Windhund namens Clooney ¦ 788x gelesen ¦ 1 x kommentiert

Haut und Knochen – Teil 8

Siegbert Schaidler war berühmt dafür, die Motivation seiner Mitarbeiter durch das Zuteilen und Entziehen von Privilegien zu steuern. Das führte zu einigermaßen niedrigen Gehältern und sparte Zuschläge und Erfolgsprämien. So hatte er abgetrennte Räume in den Märkten einrichten lassen, wo die Abteilungsleiter gemeinsam speisten und dabei bedient wurden. Für jeden AMEKler war es ein erstrebenswertes Ziel, in diese Leitungskantine zu kommen. Von der Schaidler’schen Dienstwagenpolitik profitierten dagegen schon die kleineren Angestellten. Denn wer mindestens vier Leute unter sich hatte, der bekam ein Firmenauto. Die Liste begann beim Smart, natürlich in den Unternehmensfarben lackiert und mit dem AMEK-Logo versehen, ging entsprechend der Hierarchie über Klein- und Mittelklassenwagen und endete beim Luxusauto nach Wahl für Topmanager. Zu denen zählten auch die Leiter der Filialen. Vor allem aber wurde jeder Führungskraft ein persönlicher Parkplatz am jeweiligen Markt zugeteilt – je höher derjenigen stand, desto näher lag der Platz am Eingang zum Bürotrakt.
So lenkte der Leiter einer AMEK-Filiale im nordöstlichen Ruhrgebiet seinen dunkelblauen A6 Avant im Morgendämmer auf die Parkfläche und steuerte seinen persönlichen Platz an. Er fand ihn durch eine längliche Holzkiste versperrt. Der Mann stieg aus und versuchte, das Hindernis beiseite zu schieben. Durch die Bewegung löste sich der Deckel und fiel zu Boden. Im Inneren fand der Marktleiter einen menschlichen Arm, wenn auch ohne Hand, verpackt in Holzwolle und im Zustand der beginnenden Verwesung. » ganz lesen

publiziert am 16.02.14 in Einzelteile ¦ 584x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Geschlechtsreife Köter

clooney_schautDas ist ja nun ganz neu für uns, dass wir uns mit dem Sexleben der Hunde befassen müssen. Als wir Pina im Alter von 14 Monaten bekamen, war sie ja bereits sterilisiert. Diese Operation hatte aber dazu geführt, dass sie irgendwo zwischen den Geschlechtern lebte. Im Scherz sagten wir gelegentlich, sie sei ein Rüde „gefangen im Körper einer Hündin“. Denn sie legte allerlei Kerleverhalten an den Tag. So markierte sie ihr Revier nicht nur sorgfältig wie Hundemann, sondern hob beim Pinkeln in etwa drei Vierteln der Fälle das Bein. Auch im Kontakt mit Rüden benahm sie sich nicht selten eher wie ein Kollegin, denn wie ein schwaches Weib. Da sie aber ihrer Hormonmaschinerie beraubt war, konnten wir keine Erfahrungen rund um das Thema Läufigkeit sammeln. Und nun der Sloughi-Bub… » ganz lesen

publiziert am 08.02.14 in Windhund namens Clooney ¦ 585x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Haut und Knochen – Teil 7

Dann hörte er den Schlüssel in der Tür. Elle kam herein mit dem Einkauf, küsste ihn rasch und verzog sich in die Küche. „Kannst ja mitkommen, wenn du quatschen willst“, sagte sie noch und begann damit die Sachen auszupacken. „Muss noch was fertigmachen“, brummte Greiper und blieb an Ort und Stelle.
Das Wochenende verlief weitgehend ereignislos. Elle hatte am Freitagabend etwas Exotisches zubereitet, etwas scharf Gewürztes, das er mit ein bisschen zu viel Bier löschen musste. Sie hatte von ihrem Besuch auf dem Hausboot berichtet, nicht aber von der Begegnung mit Phil. Dann hatten sie darüber diskutiert, ob der Umzugstermin überhaupt zu schaffen sei. Später waren sie ins Wohnzimmer übergesiedelt. Robert hatte sich für Barry White entschieden, und sie kuschelten sich aneinander als bräuchten sie beide Trost. Sie waren recht früh zu Bett gegangen, und Elle verführte ihn, denn so war das Sexualleben der beiden vorwiegend geregelt. » ganz lesen

publiziert am 08.02.14 in Einzelteile ¦ 486x gelesen ¦ noch kein Kommentar

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