Die Seite 38

Fröhliche Rassisten

TesemDas gute an der ganzen Hundehalterei ist, dass man einigermaßen ungestraft mit dem Begriff „Rasse“ hantieren darf. Diejenigen, die dann hämisch grinsen, weil sie ja der Ansicht sind, es gäbe zuviele „Gutmenschen“ (übrigens ein reinrassiges Schimpfwort aus dem deutschen Nazi-Faschismus gegen alle, die nicht faschistisch waren…), freuen sich zu früh, weil ihr rassistischer, auf Menschen gemünzter Rasse-Begriff was ganz anderes ist: „Im Zuchtwesen wird die Bezeichnung Rasse bei Haustieren zur Differenzierung innerhalb einer Art verwendet.“ Im Zuchtwesen, lieber Rechtsdenker, nur im Zuchtwesen. Und nur bei Haustieren. Und damit kannst du dir alle scheinvernünftigen Argumente dafür, dass es auch bei Menschen Rassenunterschiede gibt, in eine Körperöffnung deiner Wahl schieben. Und um die Sache noch komplizierter zu machen: Wer trotzdem an das Vorhandensein von Menschenrassen glaubt und fordert, dass Menschen nach Rassen unterschiedlich zu behandeln sind, der ist ein Rassist. Also sind Antirassisten einfach nur vernünftige Menschen, die was gegen das Zündeln mit Worten haben. Also kann sich ein Mensch, der zu seinen Vorurteilen steht, rassistisch im Hundekomsos austoben. » ganz lesen

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publiziert am 12.03.14 in Windhund namens Clooney ¦ 742x gelesen ¦ 7 x kommentiert

Haut und Knochen – Teil 9

„Guten Morgen. Wir sollten uns doch immer bewusst sein, wie privilegiert unsere Lage im Dezernat für Tötungsdelikte ist“, eröffnete Schimmel das Dienstgespräch mit Hauptkommissar Greiper, das er für neun Uhr im ganz großen Konferenzraum angesetzt hatte. „Was soll das werden?“ fragte Robert sofort, „Das Wort zum Montag? Oder die Ankündigung von Massenentlassungen?“ – „Lassen Sie mich bitte zunächst meinen Gedanken ausführen“, fuhr der Kriminaloberrat fort, „Die Kriminalstatistik besagt, dass es in unserem Zuständigkeitsbereich im vergangenen Jahr insgesamt dreizehn Fälle gab, sieben davon lösten Ermittlungen aus, der Rest konnte nach der Feststellung der Todesursache an andere Dezernate weitergeleitet werden.“ – „Ich kenn die Statistik, Schimmel“, maulte Greiper, „Worum geht’s?“ – „Bei den genannten sieben Fällen handelte es sich dreimal um Körperverletzung mit Todesfolge, wobei die Täter jeweils noch am Tatort verhaftet werden konnten, einen etwas ungewöhnlichen Selbstmord und drei waschechte Morde. In diesem Jahr gab es per Ende September genau zwei Fälle, in denen mehr zu ermitteln war als Todesursache und -zeitpunkt. Das bedeutet, dass sie, lieber Kollege Greiper, als einziger fester Mitarbeiter des Dezernats für Tötungsdelikte ungefähr alle drei bis vier Monate etwas zu tun haben.“ » ganz lesen

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publiziert am 08.03.14 in Einzelteile ¦ 729x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Clooney, nachdenklich

just_clooneyUnser Sloughi-Bub ändert sich gerade. Besonders im Hinblick auf sein Verhalten. Man könnte sagen, dass er gerade erkennt: Das Leben ist kein Ponyhof. Er wurde kürzlich zum ersten Mal gebissen und dabei (sehr) leicht verletzt. In derselben Woche wurde er erstmals von einem erwachsenen Rüden auf derbste Weise zurechtgewiesen – und das mehrfach. Und am Wochenende hat er sich zum ersten Mal so sehr erschrocken, dass er so etwas wie Angst zeigte. Beim Versuch, in seinem Beisein das Ding aus dem Keller zu holen, fiel der Grill mit lautem Getöse und in seiner unmittelbaren Nähe auf den Estrich im Untergeschoss. Der Hund sprang panisch zur Seite und wollte anschließend über die Stufen der Treppen flüchten. Er ließ sich nur noch mit äußerster Anstrengung beruhigen. » ganz lesen

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publiziert am 06.03.14 in Windhund namens Clooney ¦ 593x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Komma acht, Komma eins (1)

IBM-Kugelkopf_(2._Generation)Auch mein Einstieg in das, was ich später meinen Beruf nennen würde, hatte mit dem Computer zu tun. Wenn anfangs auch nur sehr indirekt. Schon beim Schulkollegium beim Regierungspräsidenten spielte die Datenerfassung eine Rolle. Insgesamt war ich aber doch eher der analoge Typ, der den Fotokopierer für die wichtigste Erfindung in Richtung Publizieren hielt. Denn noch länger als das Elektronenhirn spukte mir das Schreiben an und für sich durch den Kopf und durchs Leben. So lange ich denken kann, wollte ich nie etwas anderes sein als Künstler. Das begann schon so um mein zehntes Lebensjahr herum, die Zeit, in der ich die ersten schriftstellerischen Versuche unternahm. Mein Vater nannte sie „Einakter“, die winzigen Theaterstücke, die ich erfand und niederschrieb und außerdem der Familie vortrug. Eines davon hieß „Casablanca“; der Protagonist – es gab nur eine Figur – schwebte in seiner Raumkapsel über der Erde und kam dabei immer wieder an der großen marokkanischen Hafenstadt vorbei. Der Astronaut war ja zu Zeiten Gagarins sehr angesagt, und ich hatte mir anhand von Radioberichten und Zeitungsartikeln ein Bild vom Leben und Fühlen der Raumfahrer gemacht. Das Stück entstand im Spätherbst 1961 und ist leider verschollen. » ganz lesen

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publiziert am 02.03.14 in Stadtgeschichten ¦ 951x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Eine Frage der Hoden

hundehodenWelcher Stadthundhalter kennt ihn nicht diesen Ruf aus weiter Ferne: „Iss dassen Rüüüde?“ Der dann bei der Annäherung ergänzt wird durch: „Meine/r kann nicht so mit Rüden.“ Womit der Absender sich dann im Prinzip erstmal als jemand outet, der seine Pelznase nicht im Griff hat. Auf einen Windhundbesitzer, dessen bester Freund männlich ist, wirkt die Frage immer ein bisschen ärgerlich. „Klar, der hat doch’n Schniepelchen!“ Und auch Cochones, möchte man beifügen. Wäre dieser Ausdruck bei einem Schnellköter angebracht. Und damit kommen wir zu des Pudels Hoden. Die Rüden der geschwinden Sorte haben nun mal eher kleine Eier. Und weil man als Kerl mit Sloughi mit diesem Problem durchgehend konfrontiert ist, denkt man sich allerlei Schutzbehauptungen aus. » ganz lesen

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publiziert am 26.02.14 in Windhund namens Clooney ¦ 2008x gelesen ¦ noch kein Kommentar

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