Die Seite 40

Haut und Knochen – Teil 13

Die Räume der PR-Agentur, in der für Geld zu arbeiten der Kommunikationsberater Frank Schreiner gezwungen war, lagen zu großen Teilen brach, denn der Firma ging es nicht gut. Die Jahren, in denen mit Binsenweisheiten und dem Bestechen einiger Journalisten hohe Honorar zu verdienen waren, lagen nun schon eine Zeit zurück, und der Agenturchef, dessen vollständige Inkompetenz seinerzeit wenig aufgefallen war, saß nun auch schon seit fast drei Jahren im Knast.
Die Belegschaft, Praktikanten, Volontäre und Aushilfen mitgerechnet, war von fast fünfzig Köpfen auf zwei Hände voll Berater zusammenschnurrt, die sich als hartnäckig genug erwiesen hatten, der Reduzierung des Mitarbeiterstabs durch Mobbing von oben zu entgehen. Zu denen zählte auch Schreiner, dessen Lebensversicherung es war, dass an ihm der Kunde AMEK hing. Kein Kollege und schon gar nicht der neue Vorturner, den die neuen Inhaber eingesetzt hatten, verfügten über das Wissen und die Verbindungen zum österreichischen Möbelkonzern, die nötig wären, auch ohne ihn weiter Honorar abzocken zu können. Und was für die Investoren, eine obskure Gesellschaft aus Großbritannien, die dabei war, sich ein globales Netz aus Agenturen zusammen zu kaufen, zählte eben nur der Honorarumsatz. » ganz lesen

Download PDF

publiziert am 01.12.14 in Einzelteile ¦ 1101x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Haut und Knochen – Teil 12

Der gerichtsmedizinische Kollege saß am Schreibtisch, las die Sportnachrichten im Internet und aß Mettbrötchen dazu. Er lächelte Greiper freundlich an: „Wollen Sie auch eins? Da ist noch eins ohne Zwiebeln.“ – „Danke, ich hab schon gefrühstückt. Außerdem finde ich diesen Ort nicht besonders appetitanregend.“ – „Och“, sagte der Mann im weißen Kittel, „man gewöhnt sich daran, zwischen lauter Leichen und toten Teilchen sein Frühstück einzunehmen. Könnte ich hier nicht essen, läge ich selbst bald auf dem Tisch.“ Er kaute noch ein paar Mal und schluckte den Brei aus Brötchen und rohem Schweinefleisch runter. „Was kann ich denn für Sie tun?“

„Greiper, mein Name, Hauptkommissar Greiper. Nach meinem Informationen sind alle Leichenteile, die man in den AMEK-Filialen gefunden hat, inzwischen hier eingetroffen.“ – „Nicht nur eingetroffen, sondern ziemlich intensiv analysiert.“ – „Und? Irgendwelche Erkenntnisse?“ – „Sie meinen neue Erkenntnisse? Den Bericht vom Kollegen vom vergangenen Freitag haben Sie ja…“ – „Ja, mich würde momentan weniger interessieren, wann und wie der Mann zu Tode gekommen ist, sondern vielmehr, wer er war.“ – „Mmh, die DNA ist unterwegs zum Abgleich. Das wird wohl Mittwoch werden bis wir erfahren, ob die Erbmasse irgendwo in einer Datenbank steckt. Mir sind ein paar Sachen aufgefallen.“ – „Zum Beispiel?“ Der Forensiker war aufgestanden und hatte sich die fettigen Finger am Kittel abgewischt, der auch nicht mehr ganz frisch aussah. Er ging vor: „Ich zeig’s Ihnen.“ » ganz lesen

Download PDF

publiziert am 26.10.14 in Einzelteile ¦ 1006x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Hallo, Krebs…

Thibaud nahm seine Mütze ab, setzte sich ans Kopfende und sagte: „Albert ist tot.“ Nicht nur ich sah ihn verwirrt an. „Wer?“ fragte Evi. „Albert Winzen, mein alter Schulfreund Albert.“ Die Gruppe verfiel wieder ins Gespräch, nur Zilly sah ihn und sagte: „Mein Beileid.“ Thibaud winkte ab. „So eng waren wir nicht miteinander. Ich würde nicht einmal sagen, dass wir Freunde waren. Schulkameraden, vielleicht – wobei ich das Wort Kamerad in diesem Zusammenhang hasse.“ – „Aber ihr hattet Kontakt?“ setzte Zilly nach. „Nach dem Abi hatten wir uns gut dreißig Jahre nicht gesehen. Dann lief er mir zufällig in Trier über den Weg. Wir tauschten Telefonnummern und Mailadressen aus. Nach ein paar Wochen mailte er mir, er sei dann und dann in der Stadt, ob wir nicht ein Bier zusammen trinken wollten. Wir verabredeten uns.“ » ganz lesen

Download PDF

publiziert am 26.09.14 in Thibaud ¦ 1340x gelesen ¦ 1 x kommentiert

Haut und Knochen – Teil 11

Und dann brach der mediale Sturm los. Nein, die örtlichen Blättchen, die der PR-Berater Schreiner nach bestem Wissen und vorhandenem Gewissen eingespannt hatte, die von existenzängstlichen Chefredakteuren in Absprache mit den Anzeigenabteilungen auf Linie gebrachten Tageszeitungen, deren Personalmenge in direkter Relation zur Anzahl der AMEK-Anzeigen stand, die verhielten sich brav. Als man aber dem charmanten Marketing-Chef, zuständig für Europa, Afrika und den mittleren Osten, die wichtigste Tagespresse zum späten Frühstück reichte, da fiel ihm buchstäblich das Croissant aus der manikürten Hand: Das führende Boulevardblatt hatte die Geschichte mit den gefundenen Teilen zum Aufhänger gemacht. Die Überschrift lautete schlicht: „Igitt – Leichenteile im Möbelmarkt!!!“ Abgebildet war eine Schublade, in die der versierte Fotograf zu Illustrationszwecken ein gutes Pfund sauber eingeschweißtes Hack appliziert hatte. Die ehrlichen Finder – Herr und Frau Lehrer hatten dann doch auf den Einkaufsgutschein verzichtet und stattdessen eine nette Aufwandsentschädigung von der Redaktion bezogen – schilderten die Angelegenheit in den schillerndsten Farben, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass es ja wohl Aufgabe der AMEK-Leute sei, ihren Kindern solche Anblicke zu ersparen. » ganz lesen

Download PDF

publiziert am 04.04.14 in Einzelteile ¦ 1619x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Clooney wechselt

Bitte lesen Sie die Clooney-Geschichten in Zukunft in der Rainer’schen Post.

Download PDF

publiziert am 02.04.14 in Windhund namens Clooney ¦ 1528x gelesen ¦ noch kein Kommentar

blättern: « 1 ... 37 38 39 40 41 42 43 ... 92 »