Die Seite 47

Stein und Bein – Teil 6

Wer nichts tut, macht auch keine Fehler. Und wer sich im Hintergrund hält, macht sich keine Feinde. Manche Erkenntnisse sind so einfach. Und doch fällt es vielen Menschen, Männern zumal, schwer, diese zu beherzigen. Sie tun und machen und sind ständig in Bewegung, immer auf der Suche nach Aktionen, die ihnen entweder nutzen oder Spaß machen. Und Liebe, Liebe besteht für viele Menschen mit dem männlichen Chromosomenproblem aus Sex und Aufmerksamkeit. Geliebt zu werden, nehmen sie an, heißt, beachtet zu werden, Aufmerksamkeit zu genießen. So wie sie ihre Kindheit über darum gekämpft haben, die Aufmerksamkeit der Mutter zu gewinnen und das Wohlwollen des Vaters. Denn über das Stadium eines Zehnjährigen wachsen viele Männer nicht hinaus. Dass dann aber die Hormonproduktion beginnt und Triebe freisetzt, die den Pubertierenden in eine andere Richtung zerren, beschreibt die Dramatik der Männlichkeit mit hinreichender Genauigkeit. » ganz lesen

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publiziert am 02.10.13 in Einzelteile ¦ 968x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Abnehmen mit Clooney

clooney_renntBei Licht betrachtet ist jeder Hund ein Therapiehund. Oder: fast jeder Hund. Denn gerade wenn der Fellträger Haltern mit urbanen Lebensbedingungen zugefallen ist, wird er eine heilende Rolle übernehmen. So oder so. Clooney ist zum Beispiel mein Weightwatcher. Nun ist er gerade einmal vier Wochen bei uns, und ich habe bereits knapp fünf Kilo Gewicht verloren. Also, vergesst Trennkost, ignoriert die Brigitte-Diät – holt euch eine Welpe ins Haus! Denn der Kleinhund, der bringt euch in Bewegung. Da unser Sloughi-Bub (bis auf ein paar Unfälle alle drei, vier Tage) nun stubenrein ist und sich seine Einhaltephasen verlängern, fällt das Gassigehen im Zweistunden-Rhythmus langsam weg. Ja, eine Welpe im Alter zwischen acht und 12 Wochen MUSS in diesem Turnus vor die Tür gebracht werden, damit sie sich – wie Experten das nennen – „lösen“ kann. Wobei der Halter es beispielsweise morgens um fünf eher als Erlösung empfindet, wenn der Winzköter Pfütze oder Haufen produziert. » ganz lesen

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publiziert am 30.09.13 in Windhund namens Clooney ¦ 938x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Erste Tage mit Clooney

clooney_faceSie fühle sich wie eine Spätgebärende, sagte Claire am Tag, an dem wir Clooney in Bergheim abholen sollten. Was lustig gemeint war, trägt einen sehr wahren Kern in sich. Denn vermutlich ist so ein Hund bei den meisten Paaren, die keinen eigenen Nachwuchs haben oder deren Sprößlinge längst aus dem Haus sind, Kindersatz. Man mag sich darüber mokieren oder lustig machen, aber diese gern verschwiegene Tatsache sagt viel über das besondere Verhältnis von Mensch und Hund aus. Schwer vorstellbar, dass zwei Menschen, die ihr Leben miteinander teilen, den nicht erfüllten oder nicht erfüllbaren Kinderwunsch durch die Anschaffung eines Zwergkaninchens befriedigen. Nicht einmal eine Katze kann diese Kompensation leisten; jedenfalls nicht auf Dauer, denn die Felide wird nicht in der Lage sein, eine Beziehung zu den Haltern aufzubauen, die auch nur annähernd so intensiv wird, wie das zwischen Menschen und Hunden die Regel ist. » ganz lesen

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publiziert am 18.09.13 in Windhund namens Clooney ¦ 1125x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Die Glanzzeit der Fotokopie (1)

xerographyBis auf einen erinnere ich mich an alle meine Schüler- und Studentenjobs mit einem guten Gefühl. Die Ausnahme war eine stundenweise Tätigkeit bei einer obskuren Import-Export-Agentur mit Sitz auf der Berliner Allee, wo ich entweder im staubigen Keller Kartons von hier nach dort räumen oder merkwürdige Dinge beim Zoll am Flughafen abholen musste. Egal was ich armer Fünfzehnjähriger tat, es wurde von der Chefin mit Spott, Häme oder Beschimpfungen kommentiert. Eines Tages beschloss ich, von einer Tour zum Zoll einfach nicht wiederzukehren. Da die böse Frau weder meine Adresse, noch unsere Telefonnummer kannte, konnte sie nichts dagegen tun. Allerdings mied ich noch einige Monate lang das Stück Straße, an dem das Haus mit dem Büro der Firma lag. Bei einem anderen Job verabschiedete ich mich auch auf französisch. Für einen Freund, der als Nachtportier arbeitete, übernahm ich im Hochsommer eine Schicht, weil er alkoholbedingt nicht dazu in der Lage war. Gegen zehn traf ich im Hotel ein. Der Tageskollege vollführte die Übergabe, und ich war allein. » ganz lesen

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publiziert am 30.08.13 in Stadtgeschichten ¦ 1173x gelesen ¦ 2 x kommentiert

Stein und Bein – Teil 5

Hauptkommissar Robert Greiper hatte sich auf seinem Waldspaziergang für den Weg des geringsten Widerstands entschieden. Er würde also ab kommendem Montag jeden Morgen gegen neun treu und brav im Präsidium erscheinen, sich an den Bedarfsarbeitsplatz verfügen, den ihm die SK „Weiße Kragen“ einrichten ließ, um dort bis Schlag siebzehn Uhr das Telefon zu hüten und die diversen Mailadressen der Kollegen, die in wichtiger Mission überall im Land unterwegs waren. Dann würde er pünktlich Feierabend machen, gegen halb sechs in seiner Stammkneipe vorbeischauen auf ein oder zwei Glas Altbier, um den Rest des Abends dafür zu nutzen, in Sachen AMEK weiterzukommen. Immerhin hätte er ja während der sinnlosen Dienststunden freien Zugang zu Telefon und Internet und könnte die Zeit nutzen, um Informationen zu sammeln. Und daran, sich Gedanken und passende Notizen zu machen, könnte ihn keine Dienstvorschrift hindern.
Bis dahin blieben ihm aber noch sechseinhalb Tage, wenn er das Wochenende mitrechnete, und die würde er mit intensiver Arbeit am Fall bestreiten. Am liebsten würde er wissen, wer der Tote war. Nachdem man jetzt außer den Ohren auch noch alle Extremitäten gefunden hatte, könnte das Wissen der Gerichtsmediziner über die Identität der Leiche gewachsen sein, dachte er und machte sich auf den Weg ins forensische Labor. » ganz lesen

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publiziert am 30.08.13 in Einzelteile ¦ 671x gelesen ¦ noch kein Kommentar

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