Die Seite 48

Ein Kerl namens Mae

Er galt gemeinhin als attraktiver Mann. Jedenfalls bei den Frauen. Männer sehen bei Kollegen nicht so aufs Äußere, aber die Burschen, die ihn näher kennen lernten, waren ebenfalls von ihm begeistert. Ein korrekter Typ, sagten sie, zuverlässig, ehrlich und für jeden Scheiß zu haben. Ein echter Kumpel. Stimmte auch. Mae machte sich für jeden Bruder im Geiste gerade, so lange der ihn nicht Mae nannte. Er hasste diesen Namen, den ihm sein Erzeuger gegeben hatte. Überall auf der Welt, klagte er einmal, gilt das als Frauenname; ich will doch keinen Mädchennamen tragen. Also begann er, den Menschen zu erzählen, es handele sich um einen Spitznamen, der sich aus seinen drei Vornamen ergeben habe: Max Antonius Emil. Die Jungs nahmen ihm die Lüge ab und sprachen ihn in Zukunft als Mäx an. Damit konnte er gut leben. » ganz lesen

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publiziert am 31.03.13 in Thibaud ¦ 1270x gelesen ¦ 3 x kommentiert

Der starke Uwe

starker_uweWenn eines über Uwe sicher ist, dann das: Er machte, was er wollte. Hielt sich nicht an Konventionen, war sein eigener Herr. Und konnte sich das leisten. Knapp zwei Meter hoch und mit einem Kampfgewicht zwischen 120 und über 160 Kilo. Keiner konnte ihn davon abhalten, mit den Hunden in die Agentur zu kommen. Eines Tages hörte ich aus einem der Büros Pfotengetrappel auf dem feinen Parkett. Vorweg ein spindeldürrer Windhund, gefolgt von einem tabakbraunem Muskelpaket. Das war Uwes Köter. Die Hippe, sagte er, die ist von meinem Psychofreggel. Damit meinte er die Frau, mit der er damals so eine Art Beziehung pflegte. Die war Therapeutin. Dann hatte ich seine Töle vor mir. Ich hielt Fridolin, so nannte Uwe ihn, für einen Kampfhund, aber das Herrchen schwor Stein und Bein, dass Fri, so wurde das Hundchen gerufen, ein harmloser Mischling sei. Den habe er als winzige Welpe illegal im Flugzeug aus der Dominikanischen mitgebracht, versteckt unter der Jacke. Und dann großgezogen und ausgebildet. » ganz lesen

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publiziert am 21.03.13 in Stadtgeschichten ¦ 1166x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Mutti, Vati, Oma

erna_martin_juli1948Immer wieder bin ich beeindruckt, wenn ich eines der wenigen Bilder mit dieser alten, schwarzgekleideten Frau sehe, die meine Großmutter mütterlicherseits war. Ich habe sie persönlich nicht kennen gelernt; sie starb im Jahr vor meiner Geburt. Wir schon erwähnt dürfte sie um 1880 herum geboren sein. Das schließe ich daraus, dass sie nach den Erzählungen meiner Mutter bei deren Geburt im April 1921 schon über 40 Jahre alt war. Sie war, auch das habe ich bereits mitgeteilt, auf dem weltberühmten Gestüt von Trakehnen geboren und ist dort auch aufgewachsen. Es hieß, sie sei weder Deutsche, noch Polin gewesen. Es spricht also einiges dafür, dass sie eine echte Masurin, also Nachfahrin der westslawischen Masowier war. Daher die typische Physiognomie und die auffällig dunkle Hautfarbe. Von meinem Großvater mütterlicherseits gibt es nur wenige Fotos, auf denen er auch nicht besonders gut zu erkennen ist. Er hieß Müller, und man sagte, er sei Preuße gewesen. Bei meiner Mutter und ihren Geschwistern wird die Mischung gut sichtbar. Als masurische Erbe gilt das dicke, schwarze Haar, das meine Kinder auch noch geerbt haben. » ganz lesen

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publiziert am 15.03.13 in Alte Fotos ¦ 958x gelesen ¦ noch kein Kommentar

1962 – Ein Ausflug in die Eifel

ausflug_eifel_1962Manche der alten Familienfotos sind auf der Rückseite beschriftet. Auf diesem steht in einer mir nicht bekannten Schrift (Onkel Walter?) lapidar „Eifel 62“. Es wird dieser Onkel gewesen sein, der den Schnappschuss angefertigt hat, denn Tante Thea ist auf dem Bild, Onkel Walter nicht. Dafür ist die Familie Knorrek anwesend, das waren die Nachbarn von Tante Thea und Onkel Walter im Haus Jordanstraße 25. Der Kopf in der Astgabel gehört Rainer Knorrek, dem Sohn. Herr Knorrek (der mit der sehr dunklen Brille) hatte eine schnarrende Stimme und wusste alles. Er starb ein oder zwei Jahre nach diesem Ausflug. Solche Sonntagsausflüge gehörten zur wöchentlichen Routine – jedenfalls ab dem Zeitpunkt als mein Vater seinen ersten Dienstwagen bekommen hatte. » ganz lesen

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publiziert am 27.02.13 in Alte Fotos ¦ 1371x gelesen ¦ noch kein Kommentar

1952 – Merkwürdige Stimmung bei der Geburtstagsfeier

erna_geburtstag_1952Am 18.04.1952 wurde meine Mutter 31 Jahre alt. Der Tisch steht im so genannten „Wohnzimmer“ der Kniestockwohnung an der Corneliusstraße 118. Den Esstisch, der mit zwei Platten zum Ausziehen vergrößert werden konnte, landete später im Kinderzimmer, das mein Bruder und ich teilten – wir missbrauchten ihn gelegentlich für Tischtennismatches. Die Stühle im Vordergrund zählten nicht zum Inventar; vermutlich waren sie ausgeliehen. Links sieht man den modern gemusterten Vorhang des Wandbettes, das man herunterklappen konnte. In der Mitte unter dem Fenster sitzt meine Mutter. Sie sieht krank, angeschlagen oder sauer aus. Da ich am 10.11.1952 geboren wurde, war meine Mutter zum Zeitpunkt dieser kleinen Feier schwanger mit mir und wusste es wohl auch schon. Da ich recht pünktlich zur Welt kam, wird sie in der zehnten oder elften Schwangerschaftswoche gewesen sein. Kann also gut sein, dass sie unter der klassischen Übelkeit litt.
Zu ihrer Linken sitzt Frau Metzlaff, eine Freundin der Familie, die auch nicht besonders gutgelaunt erscheint. Ihr Gatte war der Kapitän Erik(?) Metzlaff, der in den sechziger Jahren als Hafenkapitän in Bremerhaven eine gewisse Berühmtheit als Gastgeber des Hafenkonzerts erlangte. Ganz rechts (aus Sicht meiner Mutter) sitzt Resi, die spätere Gattin des Brauereibesitzers, meine spätere Babysitterin, mit einem unbekannten Herrn. » ganz lesen

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publiziert am 16.02.13 in Alte Fotos ¦ 1046x gelesen ¦ noch kein Kommentar

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