Die Seite 49

1952 – Merkwürdige Stimmung bei der Geburtstagsfeier

erna_geburtstag_1952Am 18.04.1952 wurde meine Mutter 31 Jahre alt. Der Tisch steht im so genannten „Wohnzimmer“ der Kniestockwohnung an der Corneliusstraße 118. Den Esstisch, der mit zwei Platten zum Ausziehen vergrößert werden konnte, landete später im Kinderzimmer, das mein Bruder und ich teilten – wir missbrauchten ihn gelegentlich für Tischtennismatches. Die Stühle im Vordergrund zählten nicht zum Inventar; vermutlich waren sie ausgeliehen. Links sieht man den modern gemusterten Vorhang des Wandbettes, das man herunterklappen konnte. In der Mitte unter dem Fenster sitzt meine Mutter. Sie sieht krank, angeschlagen oder sauer aus. Da ich am 10.11.1952 geboren wurde, war meine Mutter zum Zeitpunkt dieser kleinen Feier schwanger mit mir und wusste es wohl auch schon. Da ich recht pünktlich zur Welt kam, wird sie in der zehnten oder elften Schwangerschaftswoche gewesen sein. Kann also gut sein, dass sie unter der klassischen Übelkeit litt.
Zu ihrer Linken sitzt Frau Metzlaff, eine Freundin der Familie, die auch nicht besonders gutgelaunt erscheint. Ihr Gatte war der Kapitän Erik(?) Metzlaff, der in den sechziger Jahren als Hafenkapitän in Bremerhaven eine gewisse Berühmtheit als Gastgeber des Hafenkonzerts erlangte. Ganz rechts (aus Sicht meiner Mutter) sitzt Resi, die spätere Gattin des Brauereibesitzers, meine spätere Babysitterin, mit einem unbekannten Herrn. » ganz lesen

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publiziert am 16.02.13 in Alte Fotos ¦ 1047x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Am Rheinstrand (1949)

mutter_oma_am_rhein_1949Auf der Rückseite dieses Abzugs steht lapidar „Düsseldorf 1949“ in der Handschrift meines Vaters. Und doch verbirgt sich dahinter eine ganze Familiengeschichte. Im Vordergrund sitzen meine Mutter, mein Bruder und meine Oma mütterlicherseits am Strand des Rheins, auf dem im Hintergund ein Lastschiff fährt. Auf dem Deich am gegenüberliegenden Ufer ist ein markanter Baum zu erkennen. Vieles spricht dafür, dass eine Bucht auf der linken Rheinseite in der Nähe der Anlegestelle Mönchenwerth zu sehen ist. Denn dann könnte die junge Familie mit der Großmutter zu Fuß dorthin gelangt sein. » ganz lesen

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publiziert am 05.02.13 in Alte Fotos ¦ 1015x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Arm dran – Teil 9

Früher, als alle noch jünger waren, also zu den jungen Leuten zählten, da galt der Freitagabend als Höhepunkt der Woche. Oberschüler, Lehrlinge, Studenten und auch Arbeiter unter dreißig, sie alle strömten in den Teil des Orts, den man immer noch Altstadt nennt. Ein Karnevalsschlager aus den Sechzigern behauptet nicht ganz zu unrecht, man habe vor Ort die längste Theke der Welt. Und tatsächlich gab es damals in jedem Haus eine Kneipe. Restaurants waren dünn gesät, und drei legendäre Imbisslokale erfüllten die Funktion der Volksernährung. Bars und Clubs waren auch vorhanden, blieben aber den Reichen und Schönen vorbehalten, und im Gegensatz zu den elitären neunziger Jahren hielt es die Mehrheit der Altstadtgänger für wenig erstrebenswert, dort einzukehren. » ganz lesen

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publiziert am 10.01.13 in Einzelteile ¦ 1128x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Striptease in Roermond

striptease_roermondJeder ahnte, dass Manes ein Trinker war. Aber damals hatte es sich noch nicht herumgesprochen, dass jede Sucht eine Krankheit ist. Bei Alkoholikern hieß es, die sollten sich einfach mal zusammenreißen und weniger saufen. Manes war nie wirklich betrunken, und es schien sogar als könnte er nicht besonders viel vertragen. Später fanden wir heraus, dass er schon nach dem Aufwachen anfing mit dem Trinken und kurz vor dem Schlafengehen das letzte Glas nahm. In der Öffentlichkeit trank er übrigens nur Wein und vor allem Sekt. Ich sah ihn nie mit einer Flasche oder einem Glas Bier, ganz selten mit einem Schnaps. Und Manes riss sich über viele Jahre sehr zusammen. Vielleicht weil er einen starken Drang hatte, aus den ärmlichen Verhältnissen, denen er entstammte, aufzusteigen, wohlhabend zu werden. Die Familie Dietze wohnte schon seit zwei Generationen in der Paulsmühle, der schmutzigen Seite des adretten Benraths. Dem Städtchen, wie die Bewohner sagen, dem Ort, der vom Schloss in den Schatten gestellt wird. Während im Musikantenviertel am Schlosspark der alte Geldadel in hübschen Villen wohnt, sieht es auf der Ostseite eher aus wie in Hassels oder gar Reisholz. Hier im Niemandsland zwischen Düsseldorf und Hilden war immer Platz für Industriebetriebe: Thyssen, Demag, Rheinstahl, Jagenberg. » ganz lesen

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publiziert am 02.01.13 in Stadtgeschichten ¦ 1023x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Immer wieder Cooka Jones

Je mehr Ocho von der Tüte durch die Lungen zog, desto klarer wurde seine Sprache, desto präziser seine Aussagen. Greiper brauchte sich keine Notizen zu machen, so klar war die Sache auf einmal. Der Däne war Strohmann für irgendwelche Schwarzgeldbosse und hatte die Bar von Benzani und Nahash finanziert, um dort eine Verteilstelle für Chemodrogen zu betreiben. Die beiden Kurden wollten schlauer sein und hatten nebenbei einen speziellen Nuttenservice organisiert. Davon hatte Hinz erfahren und die Wirte erpresst, um kostenlos an die minderjährigen Zwangsprostituierten zu kommen. Da der sein Maul nicht halten konnte, wusste es bald die halbe Nachbarschaft, unter anderem auch der unsympathische Büdchenbesitzer Ümit. Der Kawa und Asan bei Åkelomme verpfiff in der Hoffnung, nach dem Rauswurf der Jungmänner selbst die Bar samt eigentlichem Geschäftszweck übernehmen zu können. Deshalb bot er sich dem Strohmann auch als Sprenghelfer an und wurde so zum Mörder an den drei Frauen, die im Hinterzimmer wohnten. Da blieben wenige Fragen offen. Und die stellte er nun zum Abschluss dem Sohn des ghanaischen Geschäftsmanns William Williams. » ganz lesen

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publiziert am 01.01.13 in Völkerwanderung ¦ 1214x gelesen ¦ noch kein Kommentar

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