Schlafende Hunde (12)

Der American Staffordshire Terrier ist in den USA beheimatet. Ziel der Zucht war nicht mehr, wie beim Englischen Staffordshire Terrier, ein Kampfhund, sondern ein reiner Familienhund, mit möglichst hoher Toleranz gegenüber Kindern. Aufgrund dieser mittlerweile sprichwörtlichen Gutmütigkeit hat der Hund in den USA auch den Ehrennamen Nursery Dog (Kindermädchenhund) bekommen. Die Voraussetzungen zu diesem Zuchtschwerpunkt waren bereits in England gelegt worden, da der Staffordshire Terrier in einer Zuchtlinie als Kampfhund gezüchtet wurde, gleichzeitig in den ärmeren Schichten als Familienhund auf beengtem Wohnraum gehalten wurde. Der American Staffordshire Terrier hat keine Anlagen zur übersteigerten Aggression. Er ist meist Familienfreundlich. Ausdauernd, mutig, seinem Besitzer treu ergeben, guter Wachhund, anhänglich, ungestüm, sehr verspielt. Aufgrund seiner hohen angezüchteten Toleranz ist er Kindern gegenüber sehr geduldig, vor allem wenn er aus guter Zucht stammt. Wenn man ihn gut und konsequent erzieht, kann diese Rasse sehr viel lernen.

Wenn man einen Kontinent bereist oder wenigstens einen prägnanten Teil eines Kontinents, wenn man also eine Rundreise macht, dann bleiben die Wendepunkte am ehesten haften. Dieser Effekt scheint dafür verantwortlich zu sein, dass es Scharen von Europäern ans Nordkap treibt, wo sie dann im Nebel stehen und Richtung Pol starren. Klevere Marketingmenschen in der Tourismusbranche wissen das und platzieren daher diverse Land’s Ends und Finisterres an den Enden ihrer Länder. Das Land ist zu Ende, wo das Meer beginnt – und umgekehrt. Man steht an einem solchen Endzipfel und wünscht sich aufs Meer, um dann einen Endzipfel auf der anderen Seite des Ozeans zu entdecken.

Mir scheint dies ein archaisches Verhalten zu sein, und in diesem Lichte war Kolumbus ein sehr moderner Mensch, der keinen fremden Zipfel suchte, sondern einen Weg. Seine Erkenntnis, die in die Hirne von Geldgebern zu pflanzen er fast dreißig Jahre brauchte, war einfach: Über Land nach Indien zu kommen, ist beschwerlich, gefährlich und teuer. Der Homo erectus neigt dazu, den einfacheren Weg zu nehmen, der Gefahr auszuweichen, und, das belegt Kolumbus’ Reise deutlich, nimmt dafür gerne unbekannte Gefahren auf sich. Wir wissen nicht viel über die psychische Grundstruktur des Mannes, der dieses Abenteuer mit ungewissem Ausgang anging. Wir wissen ja nicht einmal zuverlässig, ob er tatsächlich Christopher Kolumbus geheißen hat und wo er geboren ist. Offensichtlich spielt die Biografie bei einem Entdecker keine große Rolle. Entdecker wird man ohne besondere Voraussetzungen.

Der Wendepunkt meiner Reise war kein Kap, keine Landzunge, kein sturmumtoster Felsen mit freiem Blick nach Westen, sondern eine Hafenstadt. Die Stadt, von dessen Hafen aus Kolumbus aufgebrochen war, zu entdecken und entdeckt zu werden. In Huelva entdeckte mich ein Hund. Ich brauchte einige Zeit, diesen Hund auch zu entdecken. Es geschah auf einer Hunderennbahn außerhalb von Barcelona mitten in der Nacht. Da sah ich Maya zum ersten Mal rennen. Und verstand etwas. Dass jedes Wesen genau eine Sache richtig kann. In genau einer Disziplin richtig gut ist. Und das ganze Glück der Existenz aus der Excellenz in diesem Fach bezieht. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich mir keine Gedanken über die Glücksfähigkeit von Tieren gemacht. Es hatte mich nie interessiert, ob ein Vieh glücklich ist oder nicht. Deshalb konnte ich mit dem Gedankengut radikaler Tierschützer auch nichts anfangen. Die hatten alle einen an der Waffel, dachte ich. Wie kommt ein halbwegs vernunftbegabter Mensch auf die Idee, Mäuse aus Laboren zu befreien oder halbtote Hunde aufzusammeln? Angesichts Millionen von Menschen, die ein Leben führen, gegen das der Tod ein Kindergeburtstag ist. Alles Psychopathen. Nun war ich aber gezwungen, mich mit dem Wohlergehen eines Hundes auseinanderzusetzen.

Merkwürdigerweise fiel mir das nicht schwer, obwohl ich mit Maya nicht in einer lauen Nacht beim Wein anregende und intensive Gespräche führen konnte. Es ist ja eine Binsenweisheit, dass die Kommunikation mit einem Hund nonverbal ist, dafür aber Mimik, Gestik und Akustik einen fast fehlerfreien Austausch von Gefühlen ermöglichen; da steckt nichts Esoterisches dahinter, keine Telepathie, kein Voodoo. Wenn du deinen Hund genauso scharf beobachtet wie der Hund dich, dann werdet ihr bald alles voneinander wissen. Vor der Nacht auf der Rennbahn hatte ich Maya eigentlich nicht sehr viel Aufmerksamkeit gewidmet, wir lebten sozusagen nebeneinander her. Das Rennen änderte dies, es war der Wendepunkt unserer Beziehung. Mir schien, sie war dankbar für die Gelegenheit, mir ihre Fähigkeit vorführen zu können, mir kam es vor, als sei ihr Selbstbewusstsein sehr viel stabiler geworden, ich war sicher, sie war viel zufriedener. Ich beschloss, ihr so oft wie nur möglich das Rennen zu ermöglichen.

Außerdem entschied ich, dass die Reise ihr natürliches Ende gefunden hatte, und wir auf schnellstem Wege nach Hause mussten. So brachten wir die gut eintausendvierhundert Kilometer in vierundzwanzig Stunden hinter uns, hielten nur, um unsere dringendsten Bedürfnisse zu befriedigen. Wir fuhren am späten Nachmittag in Barcelona ab, ich hatte noch die wichtigsten Vorräte, Hundefutter, Wasser, Zigaretten, aufgefüllt und das Wohnmobil an einer Tankstelle durchgecheckt. Gegen sechs Uhr bogen wir auf den Autobahnring ein, kurz vor acht erreichten wir die Grenze und steckten im Stau. Gegen drei Uhr früh landeten wir am Genfer See, wo ich einen Ruheplatz suchte und mir, nachdem ich Maya versorgt hatte, ein zweistündiges Nickerchen gönnte. Gegen acht überquerten wir die Grenze zwischen der Schweiz und Deutschland, für die restlichen sechshundert Kilometer brauchten wir zehn Stunden, wir waren in irgendeinen Wochenend- oder Ferienverkehr geraten.

Ich setzte Vasco direkt vor der Haustür im absoluten Halteverbot ab, zu mehr war ich nicht in der Lage. Als ich die Tür zum Mobil öffnete, streckte sich Maya so wie sie das in den Pausen immer getan hatte, taperte zur Öffnung, nahm ein Näschen Umgebungsluft und … zog sich wieder aufs Bett zurück. Da stand ich nun, ich Hundehalter, mit einem Hund, der nicht wollte. Ich lockte sie, ich flüsterte ihren Namen, ich kramte eines ihrer Lieblingsbelohungshäppchen raus und hielt es hin. Maya sah mich aus halbgeschlossenen Augen misstrauisch an, rührte sich nicht, wedelte aber mäßig mit dem Schwanz. Ich kletterte hinein, zog ihr mit mildem Zwang das Halsband an und nahm sie an die Leine. Sie blieb bockig. Dann betrat sie den Gehweg vor dem Haus, in dem ich wohne, erst eine Pfote, dann die zweite, Pause. Halb drin, halb draußen schnupperte sie sehr intensiv. Dann kamen die Hinterläufe: drei und vier. Da stand sie und war nicht begeistert. Mir ging das Getue auf die Nerven, ich hatte in vierundzwanzig Stunden kaum geschlafen und statt dessen deutlich über tausend Kilometer zu-rückgelegt. Ich wollte eine Dusche, ein Bier und mein Bett, genau in dieser Reihenfolge.
Maya hatte einen Baum entdeckt, den sie unbedingt kennen lernen wollte. Sie zerrte an der Leine. Ich verschloss sorgfältig das Mobil und ließ mich ziehen. Von diesem Baum ging’s zur nächsten Häuserecke, dann zu einem kleinen Rasenstück, und da ich mich nicht wehrte, landeten wir bald im Park. Der Abend war windstill und schwül, der Park dementsprechend bevölkert. Völlig durchgeknallte Jogger im Ozonrausch trampelte über die Wege, verschiedene ethnische Gruppen sorgten mit ihren Grills für eine weitere Umweltbelastung. Jugendliche mit Bier- und Sonst-Was-Flaschen lungerten auf den Wiesen herum. Die unvermeidlichen Trommelgruppen gaben ihr Letztes. Radfahrer am Rande des Wahnsinns terrorisierten die Fußgänger. Und lauter Hunde samt Halter dazwischen. Ich glaube, der zweite Hundebesitzer war gleich der erste, der mich ansprach: Wassen das für einer? Ich hatte seit anderthalb Tagen mit keinem Menschen gesprochen, weil ich nur Zöllnern und Tankwarten begegnet war, meinen Zustand als maulfaul zu bezeichnen, wäre ein Euphemismus. Ich antworte: Galgo. Aus Spanien. Der Typ, der einen von vierundzwanzigtausend Golden Retrievers vor Ort an der Leine hatte, stellte Nachfragen, die ich mit willkürlichem Nicken und Kopfschütteln beantworte, während Maya den Hund mit der voller Wucht ihrer Arroganz ignorierte. Mitten im Gespräch drehte ich mich um und schob ab.

Maya wollte mehr Park als mir gut tat. Irgendwann, kurz vor der ganz großen Wiese mit den ganz vielen Menschen, unterband ich ihr Treiben, drängte sie geschickt ab und wendete. Zwischendurch setzte sie am Rande des Gebüschs einen großen stinkenden Haufen ab. Halb bewusstlos erreichte ich samt Köter meine Haustür. Ich schloss auf, gespannt, ob Maya folgen würde. Sie tat es. Ja, sie tat es! Ja, ja, sie kam mit! Triumph. Dann war da noch der Fahrstuhl. Denn schien sie überhaupt nicht zu mögen, war weder durch gutes Zureden noch durch heftiges Zerren in die Kabine zu bekommen. Also nahm ich die zweiundneunzig Stufen – ich habe sie in dieser Situation zum ersten Mal gezählt – in Angriff. Maya teilte sich die Strecke ein, lief vor bis zum einen Treppenabsatz, wartete, ließ mich bis zur folgenden Etage vor gehen, rannte dann an mir vorbei, wartete und so weiter. Schwer atmend, annähernd dehydriert und deswegen am Rande von Halluzinationen sperrte ich die Wohnung auf und trat ein, Maya kam ohne Weiteres mit.

Ich sprang in die Küche und trank die Wasserleitung leer. Sie sah zu. Dann füllte ich eine Schüssel mit Wasser, und Maya ahmte mich nach. Schon besser. Eine Stunde lang durchstreifte sie die Wohnung mit der Nase am Boden, besuchte mich im Bad während ich duschte, schien sich zu fragen, was ihr Mensch denn jetzt wieder Verrücktes anstellte, und wählte schließlich das schneeweiße italienische Designer-Sofa als letzte Ruhestätte. Ich gestehe: Maya passte perfekt auf diese Couch; als hätte der Möbelkünstler eigentlich das Anbringen eines spanischen Windhunds vorgehabt beim Entwerfen. Sie lag da und schlief. Ich saß auf dem Boden davor und war bei Flasche Nummer drei angelangt. Es ging uns gut.

Natürlich hatte ich über Nacht alle Fenster und Türen aufgerissen. Anscheinend waren die Temperaturen in Deutschland in dieser Saison auf dem Weg zur Europameisterschaft, das Thermometer meines Radioweckers im Schlafzimmer stand konsequent bei dreißig Grad. Ich überlegte kurz, ob es im Wohnmobil nicht kühler sei, war aber für jeden weiteren Umzug zu faul. Ohne Decke schlief ich kurz vor elf ein und wachte dreizehn Stunden später auf. Nun wird jeder Hundehalter sagen: Au weia, da wird ihm der Hund aber schön die Bude vollgepisst und -geschissen haben. Pustekuchen. Maya wachte erst auf als ich sie hinterm Ohr kraulte. Galgos können das: fünfzehn Stunden ohne Gassi. Daran sollten sich diese ganzen Schoßhündchen, Kampfdoggen und Schmuse-Retriever mal ein Beispiel nehmen! Jedenfalls gähnte sie herzhaft, machte ihr Stretching und wedelte mich an.

Dieses Mal schaute sie mir beim Duschen zu, guckte auch nicht mehr so ver-blüfft. Ich gab ihr das bisschen Trockenfutter, das ich in weiser Voraussicht am Vorabend mitgenommen hatte. Sie fraß und trank und stand dann voller Tatendrang vor mir: Was jetzt, Mensch? So ein Hund muss raus, wenn es ihn drückt, so viel war klar. Also mussten wir vor die Tür. Wir verließen die Wohnung, ich holte den Fahrstuhl. Öffnete die Tür. Maya machte einen Satz rückwärts und legte die Ohren an. Weder gutes Zureden… und so weiter. Es ist ja ein Irrglaube, dass es weniger anstrengend ist, die Treppe hinab zu gehen als aufwärts. Zweiundneunzig Stufen abwärts mit einem schnellen Hund an der Leine sind kein Zuckerschlecken. Unterwegs dachte ich darüber nach, ob ich je wieder den Aufzug benutzen könnte.

Der erste richtige Spaziergang mit Maya war sehr nett. Der Tag hatte sich schön gemacht: strahlend blauer Himmel, um die dreißig Grad, eine frische Brise aus Südwesten. Ein Wetter, dass die Frauen sich auf eine Art anziehen macht, die einem männlichen Single zunächst Vergnügen bereit, dann aber zu Schweißausbrüchen der weniger schönen Art führt. Sie sind alle gleich! Jung und alt! Sind sie unter achtzehn, legen sie den Bauch frei und die Ärmchen, sind sie darüber, tragen sie unter den geschilderten meteorologischen Bedingungen Röcke, die das Kleinhirn einen Sieg über das Großhirn erringen lassen, oder knappe Shorts oder Kleider oder Kleidungsstücke, die nicht wissen, ob sie nicht doch eigentlich Unterwäsche sind. Allerorten kann man Achselhaar sehen, Bauchnabel mit und ohne Piercing, tiefe Täler unter dünnen Blüschen. Sie stellen sich zur Schau und argumentieren mit Bequemlichkeit. Da bin ich ganz sicher. Ich hatte mein Vergnügen, Maya auch. Es gab so viel zu beriechen, Gebüsch zum Reinkrie-chen, diverses Kleingetier, das man beobachten kann. Dann erschien ihr das erste Eichhörnchen ihres Lebens. Es lief kaum zwei Meter vor uns quer über den Weg als gäbe es in dieser Welt keine Gefahr für Kleinnager. Das war zu viel für Maya. Mit einem Satz sprang sie vor, riss mich fast um, und kam am Ende der Leine abrupt zum Stehen. Der Eichkater, wenn es denn ein Männchen war, hatte aber längst den angepeilten Baum erreicht und war im Geäst verschwunden. Maya zitterte am ganzen Leib, ihr ganzer Körper ein gespannter Bogen, sie gab merkwürdige Töne von sich und legte sich mit ihrem ganzen bisschen Gewicht ins Halsband. So bekam ich einen Eindruck von ihrem Jagdtrieb.

Es ist ja nicht so, dass der Mensch nicht auch ein Opfer seiner Triebe wäre. Auch passiert es nicht selten, dass ein Mensch unter dem Einfluss der Triebe, genauer: eines bestimmten Triebes eine erhebliche Persönlichkeitsveränderung durchläuft, aber was sich in den verschiedenen lebenserhaltenden Systemen meines Hundes abspielte angesichts des fliehenden Kleintiers, war nur noch mit den Kategorien eines Jekyll-Hyde-Dramas zu beschreiben. Sie stand starr und zitterte. Ihr Blick war exakt auf den Punkt gerichtet, von dem aus das Eichhörnchen den Weg nach oben angetreten hatte, ihr Schwanz zuckte mehr als dass er wedelte. Ihr Nase pumpte, die Schnauze einen Spalt geöffnet. Sie war ganz Jagdhund. Schätze, dass ich in diesem Moment für sie einfach nicht mehr existierte, dass ich aus ihrer Vorstellung völlig getilgt war. Dann löste sich die Starre, sie kam zurück aus ihren Jagdgründe und versuchte, den Verlauf olfaktorisch nachzuvollziehen. Vermutlich war sie empört darüber, dass so ein Hase einfach einen Baum hinauf gerannt war. Eichhörnchen sollten zu Mayas schlimmsten Feinden werden, stellte sich später heraus.

Im Schatten am Weiher machten wir Pause. Ich setzte mich auf die Bank und rauchte eine meiner letzten Ducados. Hunde pflegen sich beim Rasten ihren Herren zu Füßen abzulegen, Maya stand die vollen fünf, sechs Minuten da und strahlte Ungeduld aus. Wir drehten die große Runde und begegneten vielen schönen Frauen. Mir kam es so vor als schenkte mir jede von ihnen ein freundliches Lächeln. Es war ein schöner Tag, es war gut, wieder zu Hause zu sein, es ging uns gut.

Wäre da nicht die Vorahnung gewesen, dass ich Wilhelm und Yvonne über die merkwürdigen Umstände rund um ihr Haus in Portugal in Kenntnis setzen müsste. Dabei erschienen mir diese Vorgänge schon sehr weit zurück zu liegen, in einer anderen Epoche, in einer alten, abgelegten Phase meines Lebens. In der Realität war es gerade einmal dreieinhalb Wochen her, dass ich den Ort von Schillers Ermordung fluchtartig verlassen hatte. Der Gedanke daran ließ mich zum ersten Mal seit Wochen an Friederike denken. Ich gestehe, ich hatte kein Bild mehr von ihr, war nicht sicher, ob ich sie erkennen würde, wenn sie mir hier und jetzt im Stadtpark über den Weg laufen würde. An keines der geführten Gespräche konnte ich mich erinnern, außer den dramatischen Ereignissen jener Nacht war alles getilgt, was Friederike und ich miteinander erlebt hatten. Und jetzt fiel sie mir ein. Ich sah Maya und ich sah gleichzeitig Schiller. Mit Schiller sah ich Friederike, hörte ihre Stimme, nahm einen Hauch ihres Geruchs wahr. Aber es gab nichts zu tun für mich in dieser Sache.

Ich bekam Yvonne an den Apparat. Sie freute sich ein bisschen und fragte gleich, ob es mir gefallen habe. Da konnte ich nur ausweichen und sagte knapp: Ich muss euch da etwas über das Haus erzählen. Sprich, gab Yvonne zurück, was ist los? Wieder eine Wasserleitung defekt? Irgend etwas nicht in Ordnung? Das würde ich lieber im direkten Gespräch erzählen. Wann sie denn Zeit hätten? Hört sich ein wenig bedrohlich an, sagte sie, Wilhelm ist noch knapp zwei Wochen in Sri Lanka, aber ich habe eigentlich alle Zeit der Welt. Heute Abend? fragte ich. Okay, antwortete sie, um zehn bei mir.

Dann räumte ich das Wohnmobil aus. Maya blieb oben und schlief auf dem Sofa. Sie schlief weiter, während ich noch einmal auf dem Fahrersitz von Vasco Platz nahm und mein treues Gefährt beim Verleih ablieferte. Diese Reise war zu Ende.

Download PDF

publiziert am 03.10.15 in Schlafende Hunde ¦ 634x gelesen ¦ noch kein Kommentar