Die Seite 14

Klaus auf Kuba (2)

Sie sitzen ganz allein in der Kantine der Plantage und essen Congrí. Die Mittagspause hat noch nicht begonnen, aber der Koch hat ihnen rasch zwei Portionen warmgemacht, weil Ramos und Klaus so verhungert aussehen. Dann strömen die Arbeiterinnen und Arbeiter hinein, und ehe Klaus es ganz mitkriegt, ist er umringt von einem Dutzend schöner junger Frauen, die auf ihn einreden. Sehr oft, übersetzt Ramos, kommen hier keine blonden Männer hin. Da ist eine sehr dunkle Arbeiterin, die sich direkt neben ihn gesetzt hat. Sie spricht in auf Englisch an. Er findet sie aufregend mit ihrer riesigen Afrokrause und den weichen Gesichtszügen. Wo er herkommen, fragt sie, ob er Amerikaner sei, Tourist oder Geschäftsmann. Ob er mehr als einen Tag bleibe. Wenigstens eine Nacht? Nachdem die Kolleginnen und Kollegen wieder an die Arbeit gegangen sind, bleibt sie sitzen. Ich heiße Zazuela, sagt sie, sei heute Nacht mein Gast. Und ich? fragt Ramos. Du auch. » ganz lesen

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publiziert am 27.01.17 in Paare ¦ 461x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Marianne und ich (4)

An einem verregneten Junimorgen gegen acht Uhr fuhren wir los. Marianne hatte eine Flasche Sekt mitgenommen, und wir tranken abwechselnd. Im Saarland blieben wir liegen. Der Dauerregen hatte die Elektrik lahmgelegt, und der Mechaniker in der Werkstatt in Saarlouis meinte, es sei eine größere Reparatur fällig. Das ginge nicht, wandte ich ein, wir müssten rasch weiter. Er dachte eine Weile nach, griff dann zum Telefon und redete eine Weile in seinem merkwürdigen Dialekt. Also, sagte er, ich kann euch einen Diplomat V8 besorgen, könnt ihr gleich haben. Dafür nehm ich den Ford, und ihr legt 1200 Mark drauf. » ganz lesen

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publiziert am 27.01.17 in Paare ¦ 412x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Klaus auf Kuba (1)

Viele Menschen in seiner Umgebung finden Klaus attraktiv. Aber er selbst bekommt das nicht mit. Und wenn er es mitbekäme, dann würde er es nicht glauben oder abstreiten. Er sieht sich selbst nicht im Spiegel, nicht einmal wenn er beim Rasieren hineinschaut. Eigentlich müsste er sich bewusst sein, dass man ihn für gutaussehend hält. Denn er war ein außergewöhnlich niedlicher Säugling und ein hübsches Kind, und oft genug hatten ihm Verwandte mitgeteilt, er sein ein schöner Mensch. Klaus beschäftigte sich nicht damit, so wie er sich auch sonst nicht mit seinem äußeren beschäftigte. Er war mehr berüchtigt als berühmt für seine karierten Hemden und die altmodischen Schuhe. Weil er aber keine Freunde hatte, erfuhr er nicht, was die Leute von ihm hielten. » ganz lesen

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publiziert am 26.01.17 in Paare ¦ 639x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Marianne und ich (3)

Später habe ich oft darüber nachgedacht, ob ich überhaupt je in sie verliebt war. Oder ob es überhaupt nur deshalb zu einer Beziehung mit Marianne kam, weil wir sofort Sex miteinander hatten. Nach der Trennung von Renate hatte ich nur einmal mit einer Frau geschlafen. Und die war dabei zu besoffen, um irgendetwas zu merken. Ich war sexuell ausgehungert, aber Frauen gegenüber zu schüchtern. Ich fand die lange Dünne neben mir nett. Vor allem hatte sie denselben Humor wie ich, war offensichtlich völlig unverklemmt und für meine Begriffe ziemlich erwachsen. Eine Frau eben, kein Mädchen wie die meisten anderen Sekretärinnen und weiblichen Aushilfen im Haus. » ganz lesen

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publiziert am 26.01.17 in Paare ¦ 444x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Komm, süße Depression

“Trauer ist ein Tier mit braunem Fell und großen Kinderaugen, das an meinem Brustbein aufwärts kriecht und mir dann direkt ins Gesicht starrt. Das rührt mich zu Tränen.” Thibaud stand auf und ging ein paar Schritte hin und her. “Vermutlich nennt ihr den Zustand, wenn das Tier namens Trauer kommt, Depression. Im Rheinischen sagt man von einem, der deprimiert ist: Er hat dar ärme Dier.” Er hatte sein Glas Wein vom Tresen geholt und sich wieder hingesetzt. Zilly fand, er sähe erholt aus, entspannt und auf unbestimmte Weise klar und sicher. “Die Menschen verstehen immer weniger, je mehr an fundierter Information ihnen zur Verfügung steht. Sie wollen lieber auf ihren Bauch hören. Und um jeden Preis fröhlich sein. Nur Idioten sind immer gut drauf. Kluge Menschen brauchen Depressionen. Und nutzen sie.” » ganz lesen

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publiziert am 20.01.17 in Thibaud ¦ 458x gelesen ¦ noch kein Kommentar

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