Die Seite 2

4 Parade

“Ja, den kenn ich,” sagte Elle noch einmal, “zeigt mal die anderen Fotos.” Robert wischte auf dem Tablet bis das Bild erschien, das den gesamten Tatort und das Opfer in voller Länge zeigte. Seine Geliebte beugte sich tiefer über seine Schultern, und die Berührung gefiel ihm. “Sag ich doch,” meinte sie, “das ist ein Fußballer. Guck mal auf das T-Shirt: SSC.” – “Ja, und?” – “Mensch, dass ist doch ein Oberligaclub hier aus der Stadt.” Robert verkniff es sich, zum x-ten Mal daraufhinzuweisen, dass er von Fußball keine Ahnung habe und der Sport ihn überhaupt nicht interessierte. Er wusste ja, dass Elle nicht nur glühende Anhängerin des hiesigen Bundesligisten war, sondern ziemlich viel Freizeit auf den Plätzen kleinerer Vereine verbrachte. » ganz lesen

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publiziert am 11.07.20 in Fehlpass ¦ 460x gelesen ¦ noch kein Kommentar

2 Ballkontrolle

Er hatte beschlossen, sich nicht zu ärgern. Wieder einmal wurde ein Flug nach Kuala Lumpur verschoben, Roelande van de Maas war pünktlich in Zaventem eingetroffen und hatte eingecheckt als die Info durchkam, dass der Flieger aus Abu Dhabi, der später von Brüssel aus nach Malaysia fliegen sollte, mindestens drei Stunden Verspätung angesammelt hatte. Kurz hatte er überlegt, noch einmal in die Innenstadt zu fahren, ins Büro, um dort die Wartezeit sinnvoll seinzusetzen, aber auf das Verkehrschaos und die Unruhe in der City hatte er keine Lust, arbeiten würde er auch hier können. Also suchte er sich im Bistro des Asia-Terminals einen Platz ganz hinten und holte sich einen Kaffee an der Theke. Wenig Espresso, hatte er verlangt, und sehr viel Milch, dazu fünf Tütchen Zucker, denn so mochte er seinen Kaffee am liebsten. » ganz lesen

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publiziert am 11.07.20 in Fehlpass ¦ 334x gelesen ¦ noch kein Kommentar

1 Blutgrätsche

Hauptkommissar Robert Greiper hatte in dieser stürmischen Oktobernacht so gut wie kein Auge zugetan. Er war es gewohnt, auf dem Hausboot seiner ewigen Gefährtin und langjährigen Geliebten Elle schlecht zu schlafen. Die Gewissheit, kaum einen Meter über dem wilden Wasser zu liegen, hatte ihm immer schon zu schaffen gemacht, dazu das Geräusch, das der Fluss am Rumpf erzeugte. Aber in dieser Nacht hatte sich das Gluckern und Blubbern anders angehört als sonst, sodass er lange gelauscht hatte. Später auf dem Rücken lag und die Kreise an der Decke beobachtete, die das gespiegelte Mondlicht malte. Elle dagegen lag wie immer sanft schnarchend neben ihm und drehte ihm den Hintern zu als sei alles in Ordnung. Gegen halb sechs vibirerte sein Smartphone, und er stand leise auf, um sie nicht zu wecken. » ganz lesen

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publiziert am 11.07.20 in Fehlpass ¦ 124x gelesen ¦ noch kein Kommentar

6 Abspielen

Endlich wurde sein Flug aufgerufen, mindestens zweiundzwanzig Stunden würde er unterwegs sein, zwei Zwischenstopps inklusive, und wieder überlegte er, weshalb seine Anwesenheit bei einer Vertragsunterzeichnung überhaupt für notwendig befunden wurde. Wang Ho hatte in der letzten Videokonferenz angeführt, so könne man sich endlich mal persönlich kennenlernen. Außerdem habe er Vertreter der internationalen Business-Medien eingeladen, damit wenigstens ein paar Fotos vom Handshake gemacht würden; für so bedeutend halte er den Deal zwischen seiner Holding und Roelandes Firma. Natürlich sei er herzlich für ein paar Tage in Hos privatem Resort auf Pulau Randang eingeladen. » ganz lesen

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publiziert am 05.07.20 in Fehlpass ¦ 132x gelesen ¦ noch kein Kommentar

3 Spielplan

Im Prinzip hätte Wang Ho einen aus dem 62. Stockwerk des MOP-Buildings einen wunderbaren Blick über die 20-, 30- oder gar 40-Millionen-Metropole, aber wie meistens waberte gelblicher Nebel ein paar Etagen unter ihm über die Stadt. Der Makler hatte ihm damals erzählt, an klaren Tagen könne man im Westen sogar das Meer sehen, aber klare Tage hatte es in den letzten zwei Jahren nie gegeben. Und heute herrschte wieder dieses Wetter, dass die Fremden an Kuala Lumpur so hassten. Morgen ums acht hatte das Thermometer schon 36 Grad angezeigt, und jetzt waren es laut Wetter-App schon wieder 44 Grad bei einer Luftfeuchtigkeit von fast 90 Prozent. Wie, dachte er, können die armen Schweine, die nicht in einem klimatisierten Büro arbeiten, die nicht im klimatisierten Aufzug in die klimatisierte Tiefgarage fahren konnten, um sich dann in einer klimatisierten Limousine in ihr klimatisiertes Haus oben am Batu-See oder sonstwo außerhalb des Molochs chauffieren zu lassen, wie könnten die armen Menschen überhaupt überleben. » ganz lesen

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publiziert am 05.07.20 in Fehlpass ¦ 141x gelesen ¦ noch kein Kommentar

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