Die Seite 4

Der Sprengstoff

So zog das Chaos in den wohlgeordneten Haushalt der Sophie Elster und ihres Labrador-Retrievers Bhagwan ein. Sie hatte Archie das kleine Arbeitszimmer zugeordnet, das sie ohnehin selten nutzte, wo er eine aus dem Sperrmüll geklaubte Matratze ausbreitete. Zum Glück bestand seine Habe nur aus einem Wanderrucksack wie man ihn bei Hochgebirgsexpeditionen nutzt, aber dessen Inhalt verteilte sich bald überall in der Wohnung. Der ansonsten gelassene Assistenzhund wurde von Tag zu Tag nervöser, vermutlich durch das Geruchsgewitter, das im Übrigen Sophie ebenfalls wahrnahm, aus der Fassung gebracht. Aber trotzdem verstanden sich Wirtin und Gast ganz ausgezeichnet. » ganz lesen

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publiziert am 16.05.20 in Fünf ¦ 308x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Schlusspunkt

Und so stand ein dunkelblauer Lieferwagen der Marke FIAT, vollgepackt mit Sprengstoff, in der Tiefgarage der ehemaligen Hauptpost, die seit Jahren darauf wartete, zu einem luxuriösen Hotel umgebaut zu werden. Weil einige Handwerker diese Parketage als Mieter nutzten und manche Autofahrer illegal, fiel der FIAT nicht weiter auf. Während der Umbauarbeiten herrschte dann jede Menge Baustellenverkehr im Untergeschoss, und der inzwischen ziemlich staubige Transporter, den Sophie und Archie hier untergebracht hatten, blieb auch nach vier Jahren unentdeckt, weil er eben unauffällig genug war. » ganz lesen

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publiziert am 15.05.20 in Fünf ¦ 296x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Der Sturz

Wer Archie kannte, hätte ihn nicht erkannt. Wobei es für den alten Chaoten ein Leichtes war, sich zu verkleiden, weil jede andere Kleidung als die schwarze Jeans mit dem schwarzen T-Shirt und der schwarzen Lederjacke vermutlich schon ausgereicht hätte, seinen Wiedererkennungswert gegen Null zu drücken. Nun aber hatte er sich die Haare kurz schneiden und in einem unbestimmten Braun färben lassen sowie den in Ehren ergrauten Vollbart nach Art eines Oberstudienrates gestutzt. Den Schlusspunkt bildete eine mit Fensterglas bestückte Brille im angesagten Stil. In diesem Outfit fand er sich ganz allein am Einstieg in das Sandsteingebirge, unauffällig gekleidet wie ein passionierter Wanderer in Funktionsjacke und beiger Cargohose. » ganz lesen

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publiziert am 10.05.20 in Fünf ¦ 257x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Das weiße Hemd

Wohl fühlte sich Mladen nur, wenn er ein weißes Hemd trug. Im Schrank hatte er eine ganze Auswahl Versionen: verschiedene Schnitte, kurz- und langärmelig, aus verschiedenen Stoffen. Und weil seine weißen Hemden wirklich strahlend weiß sein musste, vertraute er sie nicht der heimischen Waschmaschine an, sondern brachte sie in eine sorgfältig ausgewählte Wäscherei. Auch in dieser Nacht auf dem Dach trug er ein weißes Leinenhemd mit kurzem Arm. » ganz lesen

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publiziert am 08.05.20 in Fünf ¦ 269x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Die Familie

“Sie können hier bleiben, Frau von Dithausen,” hatte Georg gesagt, und sie hatte geantwortet, “Darf ich Ihnen das Du anbieten? Nennen Sie mich Edith.” Dann hatten sie Bruderschaft getrunken wie es sich gehört – er mit Whisky, sie mit dem Tee, den er gekocht hatte. Der Regen war stärker geworden und schlug Blasen auf der Veranda. “Haben Sie, entschuldige, hast du Kinder?” fragte Edith. Er schüttelte den Kopf: “Hat sich nicht ergeben. War nie verheiratet. Gut so. Auf ein bürgerliches Leben hatte ich nie Lust. Schon als ich noch als Schreiberling unterwegs war, habe ich mich immer eher als einsamer Streiter empfunden, einen Ritter im Auftrag des Guten. Stolz und arrogant. Das zog manche Frau an. Aber keine hielt es lange mit mir aus.” Er goss nach und trank das Glas Schluck für Schluck aus. “Und du?” » ganz lesen

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publiziert am 30.04.20 in Fünf ¦ 402x gelesen ¦ noch kein Kommentar

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