Die Seite 4

Jeder kriegt, was er verdient

Mein Freund Börnie ist ein Hallodri, Bruder Leichtfuß hätte man ihn früher vielleicht genannt. Und weil er irgendwie immer durchkommt, ist er für mich der Protoytp eines Lebenskünstlers. Wir kennen uns schon seit fast dreißig Jahren. Damals hatte einer seiner Frauen, mit der eine Tochter hatte, das Kind in derselben Kita wie ich meinen Sohn. Da sah man sich häufiger, denn Börnie ließ es sich nicht nehmen, Linda, so der Name des Kindes, öfters abzuholen, obwohl er mit der Mutter längst nicht mehr zusammen war. Außerdem war da noch der wöchentliche Elternabend, schließlich handelt es sich um einen selbstverwalteten Kindergarten. » ganz lesen

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publiziert am 22.05.20 in Stadtgeschichten ¦ 372x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Der Sprengstoff

So zog das Chaos in den wohlgeordneten Haushalt der Sophie Elster und ihres Labrador-Retrievers Bhagwan ein. Sie hatte Archie das kleine Arbeitszimmer zugeordnet, das sie ohnehin selten nutzte, wo er eine aus dem Sperrmüll geklaubte Matratze ausbreitete. Zum Glück bestand seine Habe nur aus einem Wanderrucksack wie man ihn bei Hochgebirgsexpeditionen nutzt, aber dessen Inhalt verteilte sich bald überall in der Wohnung. Der ansonsten gelassene Assistenzhund wurde von Tag zu Tag nervöser, vermutlich durch das Geruchsgewitter, das im Übrigen Sophie ebenfalls wahrnahm, aus der Fassung gebracht. Aber trotzdem verstanden sich Wirtin und Gast ganz ausgezeichnet. » ganz lesen

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publiziert am 16.05.20 in Fünf ¦ 344x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Schlusspunkt

Und so stand ein dunkelblauer Lieferwagen der Marke FIAT, vollgepackt mit Sprengstoff, in der Tiefgarage der ehemaligen Hauptpost, die seit Jahren darauf wartete, zu einem luxuriösen Hotel umgebaut zu werden. Weil einige Handwerker diese Parketage als Mieter nutzten und manche Autofahrer illegal, fiel der FIAT nicht weiter auf. Während der Umbauarbeiten herrschte dann jede Menge Baustellenverkehr im Untergeschoss, und der inzwischen ziemlich staubige Transporter, den Sophie und Archie hier untergebracht hatten, blieb auch nach vier Jahren unentdeckt, weil er eben unauffällig genug war. » ganz lesen

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publiziert am 15.05.20 in Fünf ¦ 334x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Der Sturz

Wer Archie kannte, hätte ihn nicht erkannt. Wobei es für den alten Chaoten ein Leichtes war, sich zu verkleiden, weil jede andere Kleidung als die schwarze Jeans mit dem schwarzen T-Shirt und der schwarzen Lederjacke vermutlich schon ausgereicht hätte, seinen Wiedererkennungswert gegen Null zu drücken. Nun aber hatte er sich die Haare kurz schneiden und in einem unbestimmten Braun färben lassen sowie den in Ehren ergrauten Vollbart nach Art eines Oberstudienrates gestutzt. Den Schlusspunkt bildete eine mit Fensterglas bestückte Brille im angesagten Stil. In diesem Outfit fand er sich ganz allein am Einstieg in das Sandsteingebirge, unauffällig gekleidet wie ein passionierter Wanderer in Funktionsjacke und beiger Cargohose. » ganz lesen

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publiziert am 10.05.20 in Fünf ¦ 290x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Das weiße Hemd

Wohl fühlte sich Mladen nur, wenn er ein weißes Hemd trug. Im Schrank hatte er eine ganze Auswahl Versionen: verschiedene Schnitte, kurz- und langärmelig, aus verschiedenen Stoffen. Und weil seine weißen Hemden wirklich strahlend weiß sein musste, vertraute er sie nicht der heimischen Waschmaschine an, sondern brachte sie in eine sorgfältig ausgewählte Wäscherei. Auch in dieser Nacht auf dem Dach trug er ein weißes Leinenhemd mit kurzem Arm. » ganz lesen

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publiziert am 08.05.20 in Fünf ¦ 308x gelesen ¦ noch kein Kommentar

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