Die Seite 51

Stein und Bein – Teil 7

Sein Handy meldete sich nicht ganz unerwartet, und er nahm den Anruf an. „Wissen’s, ich wollte schon vor Längerem einmal offen mit Ihnen reden“, begann der AMEK-Marketingchef ohne Umschweife, „Sie sind mir schon vor zwei oder drei Jahren positiv aufgefallen. Sie erinnern sich an die erfolgreiche Weihnachtsbaumkampagne, nicht wahr?“ Schreiner schaltete schnell genug um. Er hatte den Anrufer schon an seiner wienerischen Sprechweise erkannt, die dieser auf sein Anraten hin pflegte, weil er als Kommunikationsberater der Ansicht war, es würden seinen Klienten authentischer und damit glaubwürdiger machen: „Natürlich. Klar, die Weihnachtsbäume… Hat ja unseren guten Herrn Schaidler bis aufs Sofa von Sabine Christiansen gebracht.“ Tatsächlich war bei dieser Sache alles gut gelaufen, was sonst nie gut läuft in der Pressearbeit. AMEK hatte damals – und das war die Idee des heutigen Marketingleiters gewesen – eine Aktion ins Leben gerufen, dass die Leute nach dem Dreikönigstag ihre Christbäume in einen AMEK-Laden bringen könnten. Dort wurden diese gewogen, und die Einlieferer bekamen einen Einkaufsgutschein nach Gewicht. » ganz lesen

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publiziert am 24.10.13 in Einzelteile ¦ 882x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Die Glanzzeit der Fotokopie (2)

rainer_krbIn den nächsten Semesterferien lernte ich Hans-Jürgen beim Job im Schulkollegium kennen. Der war schon ein bisschen älter als ich und brüstete sich mit wilden Zeiten, die er revoltierend in Frankfurt erlebt hatte. Aber ansonsten war er nett. Und wohnte im Anbau des Hauses an der Hohe Straße, in dem vorn der Buchladen untergebracht war, den später Malte Würzner übernahm. Die Bude bestand aus einem feuchten, düsteren Raum und Nebenzimmern, die ich nie kennenlernte. Nachdem wir herausgefunden hatten, dass wir einige Interessen teilten, verbrachten wir die Mittagspausen gern in seiner Wohnung beim Schachspiel. Außerdem zeigten wir uns gegenseitig fotografische Arbeiten – er hatte ein kleines Fotolabor, das ich nutzen konnte. Und noch ein wenig später entdeckten wir unsere Vorliebe für Motorräder. Während ich eine wunderschöne Honda CB125 aus einem Wasserschaden über Hein Gericke erwarb, langte es bei ihm nur für eine Zweitakt-Garelli, die es damals bei Neckermann gab. Und dieser Versender betrieb damals ein Kaufhaus direkt am Carlsplatz, wo man sich den italienischen Hobel, aber auch die großen Maschinen von MZ aus der DDR und CZ aus der CSSR anschauen konnte. Die ersten Ausfahrten unternahmen wir gemeinsam. Weil aber das Zweitaktmoped erheblich schwach auf der Brust war, machte das wenig Freude, und wir unterließen das bald wieder. » ganz lesen

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publiziert am 12.10.13 in Stadtgeschichten ¦ 1198x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Pina und die Marokkaner. Oder: Wie wir auf den Sloughi kamen

pina_buschDas Leben ist ein einziger Zufall. Was einem passiert, geschieht meist als Ergebnis einer Reihe nicht geplanter Begegnungen und Handlungen. Hätte mein bester Freund Klaus nicht zufällig ein etwas merkwürdiges Ehepaar kennengelernt, das in einem der östlichen Vororte wohnte, wären wir nie zum Windhund gekommen. Claire hatte sich mehr oder weniger notgedrungen entschieden, über Putzstellen zurück in die Berufstätigkeit zu finden. Und das besagte Paar war zu jener Zeit auf der Suche nach einer Hilfe, die für Sauberkeit im Haus sorgen sollte. Durch Klaus’ Vermittlung wurde man sich einig, und Claire radelte nun einmal die Woche bergauf in diese Siedlung, um bei den Dörens zu putzen. Nach einigen Monaten kam ein zweiter Job im selben Viertel dazu. Die Familie Neu mit ihren zwei Kindern war dankbar für die Unterstützung. Im Hause lebten aber auch zwei Hunde: ein quirliger Whippet-Rüde und eine eher zurückhaltende Galgo-Hündin. Denn Frau Neu war im Nebenjob Tierretterin. Bis zu diesem Zeitpunkt im Jahr 2005 hatte ich noch nie davon gehört, dass irgendwelche Organisationen systematisch Streunehunde, denen in der Heimat der Tod droht, nach Deutschland schaffen und zur Adoption freigeben. » ganz lesen

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publiziert am 05.10.13 in Windhund namens Clooney ¦ 1175x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Stein und Bein – Teil 6

Wer nichts tut, macht auch keine Fehler. Und wer sich im Hintergrund hält, macht sich keine Feinde. Manche Erkenntnisse sind so einfach. Und doch fällt es vielen Menschen, Männern zumal, schwer, diese zu beherzigen. Sie tun und machen und sind ständig in Bewegung, immer auf der Suche nach Aktionen, die ihnen entweder nutzen oder Spaß machen. Und Liebe, Liebe besteht für viele Menschen mit dem männlichen Chromosomenproblem aus Sex und Aufmerksamkeit. Geliebt zu werden, nehmen sie an, heißt, beachtet zu werden, Aufmerksamkeit zu genießen. So wie sie ihre Kindheit über darum gekämpft haben, die Aufmerksamkeit der Mutter zu gewinnen und das Wohlwollen des Vaters. Denn über das Stadium eines Zehnjährigen wachsen viele Männer nicht hinaus. Dass dann aber die Hormonproduktion beginnt und Triebe freisetzt, die den Pubertierenden in eine andere Richtung zerren, beschreibt die Dramatik der Männlichkeit mit hinreichender Genauigkeit. » ganz lesen

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publiziert am 02.10.13 in Einzelteile ¦ 1109x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Abnehmen mit Clooney

clooney_renntBei Licht betrachtet ist jeder Hund ein Therapiehund. Oder: fast jeder Hund. Denn gerade wenn der Fellträger Haltern mit urbanen Lebensbedingungen zugefallen ist, wird er eine heilende Rolle übernehmen. So oder so. Clooney ist zum Beispiel mein Weightwatcher. Nun ist er gerade einmal vier Wochen bei uns, und ich habe bereits knapp fünf Kilo Gewicht verloren. Also, vergesst Trennkost, ignoriert die Brigitte-Diät – holt euch eine Welpe ins Haus! Denn der Kleinhund, der bringt euch in Bewegung. Da unser Sloughi-Bub (bis auf ein paar Unfälle alle drei, vier Tage) nun stubenrein ist und sich seine Einhaltephasen verlängern, fällt das Gassigehen im Zweistunden-Rhythmus langsam weg. Ja, eine Welpe im Alter zwischen acht und 12 Wochen MUSS in diesem Turnus vor die Tür gebracht werden, damit sie sich – wie Experten das nennen – “lösen” kann. Wobei der Halter es beispielsweise morgens um fünf eher als Erlösung empfindet, wenn der Winzköter Pfütze oder Haufen produziert. » ganz lesen

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publiziert am 30.09.13 in Windhund namens Clooney ¦ 1069x gelesen ¦ noch kein Kommentar

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