Nacktmann III

nacktmann_3Der Sommer wurde täglich ein bisschen heißer. An einem Mittwoch, ich hatte den ganzen Tag an einem quälenden Text gearbeitet, verließ ich gegen sechs die Wohung, um einen Spaziergang über die Felder zu machen. Ich wählte den Weg unter den Kastanien, denn die Sonne stand noch recht hoch, und ich brauchte den Schatten. Was mich genau getrieben hat, kann ich nicht sagen, aber auf dem Rückweg bog ich in die Gasse ein, die an Erichs Bungalow vorbeiführte. Ich klingelte. Nach einiger Zeit sah ich eine Gestalt hinter der Milchglastür. Es war Maria. Sie war nackt. Ohne eine Miene zu verziehen ließ sie mich ein und wies mit den Weg durch den Wohnraum auf die Terrasse. Dort saß der Nacktmann. Als er mich sah, stand er auf, lächelte und sagte: „Ich wusste, dass du wiederkommen würdest. Schön dass du da bist.“ Ich gab ihm die Hand. „Übrigens, ich denke, es wäre gut, wenn du heute auch unbekleidet wärst. Quasi aus Solidarität.“ Nun ist es so, dass ich mich sehr ungern vor anderen Menschen nackt zeige. Es wird damit zu tun haben, dass ich meinen Körper nicht besonders ansehnlich finde. Jedenfalls habe ich es seit meiner frühen Jugend vermieden, dass mich jemand beim Duschen beobachtet. Nacktbaden oder Sauna käme für mich nie in Frage. Es ist nicht so, dass ich mich schäme, mir wird bei der Vorstellung, nackt herumzulaufen, einfach unwohl.

Erich stand da und sah mich einigermaßen streng an. Es war aber auch wirklich sehr heiß. Das Polohemd klebte mir auf dem Rücken und meine Oberschenkel in der Cargohosen glühten. Widerwillig zog ich mir das Hemd über den Kopf. Dann stieg ich aus den Sandalen. Öffnete den Gürtel und streifte die Hose ab. Der Nacktmann hatte sich wieder hingesetzt und blickte in eine andere Richtung. Dann zog ich auch den Slip aus und setzte mich schnell auf den Gartensessel. „Leg bitte ein Handtuch unter,“ sagte der Hausherr, „kannst dir denken warum.“ Ich griff mir eines der Frotteetücher, die auf einem Hocker lagen, und schob es mir unter. Die Luft hier im Schatten der Markise tat gut auf der Haut.
Dann kam Maria raus. Sie trug ein Tablett und stellte einen Krug und drei Gläser auf den Tisch. Wie der Nacktmann war auch sie am ganzen Körper gleichmäßig gebräunt. Ich schätzte sie auf kaum einen Meter sechzig. Auf stämmigen Beinen trug sie einen runden Körper, der in der Mitte aus mehreren Wülsten bestand, auf dem die schweren Brüste lagen. Zwischen den Beinen trug sie einen großen, schwarzen Haarbusch. Sie lächelte mich an, nahm einen Gartensessel und ein Handtuch und nahm im Schatten ein paar Meter entfernt von uns auf der Terrasse Platz. „Eistee?“ Ich nickte, und Erich goss ein. Ich leerte das Glas in einem Zug, und er schenkte nach. Auch Maria goss er ein und brachte ihr das Getränk.

Ohne weitere Erklärung setzte der Nacktmann seine Erzählung fort. „Wie gesagt, ich war elf und lebte unter Frauen, die sich nackt im Garten sonnten. Es schien mir natürlich und erregte mich auch nicht. Peinlich war nur, wenn eine meiner Cousinen oder Tanten Bemerkungen über meinen Penis machten, wenn sie mich im Bad überraschten. Ich wusste nun zwar, wie Sex zwischen Männern und Frauen geht, fand das aber nicht besonders erstrebenswert. Onanieren schien mir gut genug zu sein. Das hatte ich meinem Freund Andreas beigebracht, und wir wichsten oft um die Wette. Natürlich hatte dieses Tun auch eine sexuelle Komponente und löste Phantasien aus. In dieser präpubertären Phase richtet sich die Sexualität noch nicht auf eines der Geschlechter. Andreas und ich hatten uns natürlich auch schon gegenseitig einen runtergeholt. Das fühlte sich aber für mich nciht so gut an als wenn ich es selbst tat. Und an seinem Schwänzchen zu zupfen, machte mir auch wenig Vergnügen. Es muss in dem Sommer gewesen sein, als ich dreizehn geworden war. Da richtete sich mein Phantasie eindeutig auf das weibliche Geschlecht. Plötzlich begann ich, die Frauen im Haus heimlich zu beobachten.

Das Haar zwischen ihren Beinen faszinierte mich, und ich wollte unbedingt wissen, was sich darunter verbarg. Denn eine Vulva hatte ich noch nie gesehen. Eines Tages, die Frauen hatten ein aufblasbares Planschbecken im Garten aufgestellt, badete meine Cousine Vera darin. Sie war mir, wie erwähnt, im Alter am nächsten und zu dem Zeitpunkt vielleicht zwanzig. Sie war recht groß und schlank, beinahe dünn, mit kleinen runden Brüsten. Ich stand in der Gartentür und sah ihr zu. Komm doch rein, rief sie. Ich streifte meine Sachen ab und stieg zu ihr ins Wasser. Wir neckten uns, bespritzten uns mit Wasser und versuchten, den anderen unterzutauchen. Mein Schwanz stand nach wenigen Minuten, und beim Balgen streifte sie ihn.
Dann lehnten wir an der Beckenwand und ruhten uns aus. Sie hielt meinen Penis locker in der Hand. Vera, sagte ich, zeigst du mir mal deine Muschi? Sie lachte. Klar, aber nicht hier und jetzt. In der Nacht kam sie in mein Zimmer. Ich hatte noch nciht geschlafen. Sie bedeutete mir, aus dem Bett zu steigen und mich davor auf den Boden zu hocken. Dann setzte sich sie auf die Bettkante und spreizte die Beine. Ich sah, was ich hatte sehen wollen. Sie zog die Lippen auseinander und signalisierte mir, näher zu kommen. Von dem Duft ihres Geschlechts wurde ich ganz wirr im Kopf. Nach ein paar Minuten flüsterte sie: So, das reicht. Und ließ mich mit meiner Erektion allein.“

Er trank vom Eistee und blickte versonnen über den Garten hinaus auf die Baumwipfel am Rand der Felder. Maria hatte ein Strickzeug hervorgeholt und machte gleichmäßige Geräusche. Und ich, ich hatte einen gewaltigen Ständer dank der Erzählung des Nacktmanns. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass es genau das war, was er mit seiner Geschichte hatte auslösen wollen.

publiziert am 23.04.09 in Thibaud ¦ 5541x gelesen ¦ noch kein Kommentar