Die Seite 12

Schlafende Hunde (10)

Dieser Hund benötigt viel Auslauf. Der Husky ist schwierig zu erzie-hen. Das Aufs-Wort-hören ist ihm nicht so einfach beizubringen, wie anderen Hunderassen. Das Ableinen ist in dicht besiedelten Gebieten nicht zu empfehlen. Wer seinem Husky etwas beibringen will braucht viel Energie, Geduld und Einfühlungsvermögen. Nur mit Liebe, Hundeverstand und viel Lob erreicht man bei ihm was man sich wünscht. Er ist ein sehr geselliger Hund mit einem fantastischen, ruhigen Wesen der sich mit anderen Hunden gut verträgt, wenn er von klein auf die Möglichkeit hat Kontakt mit anderen Artgenossen aufzunehmen. Als Wachhund ist er ungeeignet. Er bellt im Normalfall kaum und empfängt fremde Menschen freundlich in seinem Revier. Während man die Modehunde, (häufig auch Show-Dogs genannt) beinahe als alltagstauglich bezeichnen kann, sind die Rennhunde zum Teil sensible, hyperaktive Athleten, die nur rennen im Kopf haben und die Nachbarschaft zusammenschreien, wenn etwas darauf hindeutet, dass Training oder Fütterung bevorstehen.

Wir blieben noch ein paar Tage. Dann hatte ich genug vom ewigen malerischen Sonnenuntergang. Ich hatte auch keine Lust, jeden Tag bei Paco vorbeischauen zu müssen, damit der nicht beleidigt war. Als wir zwei Tage weg geblieben und am dritten Tag wieder den gewohnten Strand angesteuert hatten, würdigte er uns zunächst keines Blickes. Selbst Maya, die sofort zur Bude lief, ignorierte er. Dann holte ich mir ein Bier. Wo wart ihr? fragte er vorwurfsvoll. Ach, antwortet ich, wollte mal den anderen Strand ausprobieren. Warum? Ist doch perfekt hier. Oder schmeckt dir mein Bier nicht mehr? Er war anscheinend sauer. Doch, doch, gab ich zu, aber mir war nach Abwechslung. Du spinnst, meinte Paco, hast du eine gute Frau, gehst du dann auch zu einer anderen wegen Abwechslung? Na ja, dachte ich, könnte passieren, schüttelte aber den Kopf. Siehst du, warf er triumphierend ein. » ganz lesen

publiziert am 29.09.15 in Schlafende Hunde ¦ 490x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Schlafende Hunde (9b)

So wurden Maya und ich ein Paar. Natürlich nannte ich sie Maya, nicht nur zu Ehren Goyas sondern auch, weil es der erste Name war, der mir einfiel, nachdem sie ohne zu Zögern das Wohnmobil bestiegen und sich ganz selbstbewusst auf der Liegefläche ausgebreitet hatte. Schließlich lag sie da wie hingegossen, nicht wie ein x-beliebiger Hund sondern sehr elegant, die Vorderläufe unter dem schmalen Schädel verschränkt, die Hinterläufe leicht geöffnet – mich erinnerte das ein bisschen an Goyas berühmtes Gemälde, aber nur ein kleines bisschen. Jedenfalls hatte sie einfach so Schillers Platz eingenommen und war innerhalb von Sekunden eingeschlafen. Ich bugsierte Vasco auf die schmale Fähre, die kaum mehr als zehn Wagen Platz bot, das Schiff legte ab und schwamm, die Abendsonne rot zur Linken, den Odiel hinab nach Punta Umbria. » ganz lesen

publiziert am 25.09.15 in Schlafende Hunde ¦ 884x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Schlafende Hunde (9a)

Der Rottweiler ist ein mittelgroßer bis großer, stämmiger Hund, we-der plump noch leicht, nicht hochläufig oder windig. Seine im richtigen Verhältnis stehende, gedrungene und kräftige Gestalt lässt auf große Kraft, Wendigkeit und Ausdauer schließen. Rottweiler haben ein kurzes schwarzes Fell, welches an den Backen, am Maul, an den Augenbrauen sowie auf der Brust und den Beinen klar abgegrenzte rotbraune Abzeichen aufweist. Von freundlicher und friedlicher Grundstimmung, kinderliebend, ist er sehr anhänglich, gehorsam, führig und arbeitsfreudig. Seine Erscheinung verrät Urwüchsigkeit; sein Verhalten ist selbstsicher, nervenfest und unerschrocken. Er reagiert mit hoher Aufmerksamkeit gegenüber seiner Umwelt. Auch als Familienhund ist der Rottweiler bei fachgerechter Zucht und Aufzucht sowie Sozialisierung innerhalb der Familie ein verlässlicher und treuer Freund. Wie beim Menschen beginnt auch beim Hund die Erziehung und Sozialisierung beim Kind beziehungsweise Welpen. Jeder Rottweiler im Welpenalter ist bereit zu lernen, sich ein- und unterzuordnen, sich also seinem Rudel anzupassen. Er wird also vielfach von seiner Umwelt geprägt. Eine richtige Erziehung führt zu Freundschaft. Falsche, lieblose Aufzucht wird den Hund und somit das Zusammenleben zwischen Mensch und Hund für immer verderben. Der Rottweiler braucht, wie jeder andere Hund, eine Beschäftigung, die ihn auslastet. Wird ein Rottweiler konsequent, liebevoll und ausdauernd erzogen, ist er wahrlich ein fabelhafter und treuer Begleiter.

Sollten sich doch Wilhelm und Yvonne damit rumschlagen, dass ein fetter portugiesischer Dorfwirt sich ihr Haus angeeignet hatte. Die fuhren doch eh schon seit langem nicht mehr dort hin, zum letzten Mal vermutlich vor sechs, sieben Jahren als ihre Ehe einen zweiten Frühling erlebt hatte – genau so hatte Wilhelm das ausgedrückt. Ich hatte es so interpretiert, dass er in dieser Phase gerade die ersten Viagra-Experimente betrieb und Yvonne gerade keinen Lover hatte. Wahrscheinlich hatten sie dann gaaaanz spontan den Flieger (solche Leute sagen immer Flieger, nie Flugzeug…) nach Lissabon genommen, hatten sich irgend so ein kleine Auto gemietet (solche Leute mieten immer irgend so ein kleines Auto…) und waren direkt vom Airport (solche Leute sagen immer Airport, nie Flughafen…) zum Haus gedüst. Na ja, was sie dann eine Woche lang dort getrieben hatten, konnte ich mir leicht ausmalen. Wilhelm hatte wahrscheinlich überdosiert und lief Tag und Nacht mit einer Erektion herum, Yvonne fand das in den ersten beiden Tagen vielleicht ganz putzig, fing dann aber bestimmt an, Wilhelms erotisches Repertoire mit dem der Männer an ihrer Seite – also denen über und unter ihr – zu vergleichen und begann sich zu langweilen. Nach sechs Tagen war die Luft vermutlich raus, und seitdem war das Haus in Portugal für die beiden ad acta gelegt. » ganz lesen

publiziert am 23.09.15 in Schlafende Hunde ¦ 518x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Schlafende Hunde (8b)

Friederike kam erst als es schon dunkel war. Ich hörte den Jeep auf dem Schotter der Einfahrt. Sie bremste scharf. Dann stand sie neben mir, sah sehr glücklich und entspannt aus und gab mir von oben herab einen Kuss. Drehte sich um und rief nach Schiller. Setz dich, sagte ich, es gibt da ein Problem. Warte, ich hol erst etwas zu trinken, rief sie und ging in die Küche. Sie brachte zwei Gläser Wein, hockte sich auf den Liegestuhl: Mein Gott, war das schön heute, so hohe Wellen, das Wasser wird immer wärmer, glaube ich, es waren kaum Leute da, ich bin durch die Brandung gelaufen… Halt, Friederike, hör mal zu. Schiller ist weg. Sie blickte mich kurz und hart an. Was meinst du? Ich war oben am Hang mit ihm spazieren, er stöberte im Gebüsch herum, dann wollte ich umdrehen, rief ihn, aber er kam nicht. Die Schüsse erwähnte ich nicht. Sie war aufgesprungen und schrie mich an: Und da sitzt du hier einfach so rum anstatt ihn zu suchen! Bist du verrückt! Hey, entgegnete ich lahm, der kommt bestimmt wieder zurück. Wie lange ist er weg? Eine halbe Stunde, eine Stunde? Na ja, gab ich zu, inzwischen sind es gut drei Stunden… Sie riss mich am Handgelenk hoch: Los, komm mit, wir müssen ihn suchen, verstehst du? Ja, ich verstand. Aber es war schon stockdunkel. Hast du eine Taschenlampe im Mobil? Ich schüttelte den Kopf. Dann such eine, verdammt noch mal! Ja, vielleicht in der Garage… Quatsch nicht rum, such! Sie rannte ins Haus und ich ging in die Garage. Fand zwischen den Kanistern und den Reifen einen starken Handstrahler, allerdings waren die Batterien leer. Ich suchte weiter und entdeckte in einem Karton die passenden Akkus. Friederike kam mir entgegen gelaufen. Sie hatte sich umgezogen, trug Jeans und feste Schuhe, hatte Schillers Leine in der Hand. Los jetzt! brüllte sie und: Wo seid ihr gewesen? Ich ging voran und leuchtete den Pfad ab. Wir gehen jetzt, keuchte sie hinter mir, genau bis dahin, wo du ihn zum letzten Mal gesehen hast, okay? Ja, sagte ich. Wir kamen an den Punkt, wo es nicht weiterging. Sie rief den Hund. Es war totenstill. Nichts raschelte im Gestrüpp, kein Vogel gab einen Laut von sich und die leichte Brise des Abends bewegte das Laub kaum. Friederike schrie nach Schiller, laut und hysterisch. » ganz lesen

publiziert am 21.09.15 in Schlafende Hunde ¦ 1048x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Schlafende Hunde (8a)

Die gnadenlose Selektion des Sahel hat im Azawakh einen Hund ge-schaffen, der sich durch äußerste physische Härte, Robustheit und Genügsamkeit auszeichnet. Azawakhs müssen bisweilen trocken-heiße Sommertemperaturen von 39 Grad Celsius und mehr ertragen und gelegentlich sogar Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Sie trotzen orkanartigen Sandstürmen ebenso wie extremer Trockenheit und Futterknappheit. Es ist wohl nicht übertrieben zu behaupten, dass sie mit zu den härtesten und zähesten Hunderassen gehören, die wir kennen und auch noch unter für uns unvorstellbar asketischen Umweltbedingungen zu überleben vermögen. Da unter den archaischen Gegebenheiten ihrer Heimat Wachsamkeit, Skepsis und instinktives Misstrauen allem Fremden und Unbekannten gegenüber häufig lebenserhaltend sind, ist auch heute noch das Wesen der meisten Azawakhs gekennzeichnet durch eine geradezu vornehme Zurückhaltung und Reserviertheit Fremdem und Neuem gegenüber. Ein Azawakh ist jedenfalls kein Hund, den man leicht stehlen könnte. Er tendiert dazu, sich auf eine oder mehrere Bezugsperson(en) zu fixieren – und dies oftmals mit der Tendenz zur Ausschließlichkeit. Jenen Menschen gegenüber, denen er sein Herz zu schenken geruht, ist er ein äußerst liebevoller und anschmiegsamer Gefährte, der eine sehr innige Beziehung zu seinem Besitzer beziehungsweise seiner Familie eingeht.

Ich hätte nicht gedacht, dass die blasse Friederike so schnell so braun werden würde. Aber sie bewegte sich auch ständig in der Sonne, von morgens früh bis zur Dämmerung. Sie roch gut, ich nahm ihren Geruch wahr, auch wenn sie am anderen Ende des Gartens war. Einmal kam sie zu mir als ich auf einem Handtuch neben dem Pool lag und sagte: Ich seh dich gerne an, du bist schön. Das war mir unangenehm. Unser Zusammenleben in diesen Tagen war vollständig reduziert auf die Sinne, am Ende der ersten Woche war ich nicht mehr in der Lage, mehr als eine Seite am Stück zu lesen. Wir saßen oder lagen drinnen oder draußen herum, wir schwammen und gingen im Garten umher, wir aßen und tranken, wir vögelten. Sie und ich, wir waren beide bemüht, den Kontakt nicht abreißen zu lassen. Manchmal ging ich sie im Wald suchen, wenn sie sich mit Schiller ein paar Schritte entfernt hatte. Bisweilen rief sie mich ohne Grund. Wenn wir uns begegneten, berührten wir uns leicht. Es war nicht nur der Sex, der uns diese Zeit genießen ließ. » ganz lesen

publiziert am 19.09.15 in Schlafende Hunde ¦ 502x gelesen ¦ noch kein Kommentar

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