Die Seite 41

Mutti, Vati, Oma

erna_martin_juli1948Immer wieder bin ich beeindruckt, wenn ich eines der wenigen Bilder mit dieser alten, schwarzgekleideten Frau sehe, die meine Großmutter mütterlicherseits war. Ich habe sie persönlich nicht kennen gelernt; sie starb im Jahr vor meiner Geburt. Wir schon erwähnt dürfte sie um 1880 herum geboren sein. Das schließe ich daraus, dass sie nach den Erzählungen meiner Mutter bei deren Geburt im April 1921 schon über 40 Jahre alt war. Sie war, auch das habe ich bereits mitgeteilt, auf dem weltberühmten Gestüt von Trakehnen geboren und ist dort auch aufgewachsen. Es hieß, sie sei weder Deutsche, noch Polin gewesen. Es spricht also einiges dafür, dass sie eine echte Masurin, also Nachfahrin der westslawischen Masowier war. Daher die typische Physiognomie und die auffällig dunkle Hautfarbe. Von meinem Großvater mütterlicherseits gibt es nur wenige Fotos, auf denen er auch nicht besonders gut zu erkennen ist. Er hieß Müller, und man sagte, er sei Preuße gewesen. Bei meiner Mutter und ihren Geschwistern wird die Mischung gut sichtbar. Als masurische Erbe gilt das dicke, schwarze Haar, das meine Kinder auch noch geerbt haben. » ganz lesen

publiziert am 15.03.13 in Alte Fotos ¦ 869x gelesen ¦ noch kein Kommentar

1962 – Ein Ausflug in die Eifel

ausflug_eifel_1962Manche der alten Familienfotos sind auf der Rückseite beschriftet. Auf diesem steht in einer mir nicht bekannten Schrift (Onkel Walter?) lapidar „Eifel 62“. Es wird dieser Onkel gewesen sein, der den Schnappschuss angefertigt hat, denn Tante Thea ist auf dem Bild, Onkel Walter nicht. Dafür ist die Familie Knorrek anwesend, das waren die Nachbarn von Tante Thea und Onkel Walter im Haus Jordanstraße 25. Der Kopf in der Astgabel gehört Rainer Knorrek, dem Sohn. Herr Knorrek (der mit der sehr dunklen Brille) hatte eine schnarrende Stimme und wusste alles. Er starb ein oder zwei Jahre nach diesem Ausflug. Solche Sonntagsausflüge gehörten zur wöchentlichen Routine – jedenfalls ab dem Zeitpunkt als mein Vater seinen ersten Dienstwagen bekommen hatte. » ganz lesen

publiziert am 27.02.13 in Alte Fotos ¦ 1260x gelesen ¦ noch kein Kommentar

1952 – Merkwürdige Stimmung bei der Geburtstagsfeier

erna_geburtstag_1952Am 18.04.1952 wurde meine Mutter 31 Jahre alt. Der Tisch steht im so genannten „Wohnzimmer“ der Kniestockwohnung an der Corneliusstraße 118. Den Esstisch, der mit zwei Platten zum Ausziehen vergrößert werden konnte, landete später im Kinderzimmer, das mein Bruder und ich teilten – wir missbrauchten ihn gelegentlich für Tischtennismatches. Die Stühle im Vordergrund zählten nicht zum Inventar; vermutlich waren sie ausgeliehen. Links sieht man den modern gemusterten Vorhang des Wandbettes, das man herunterklappen konnte. In der Mitte unter dem Fenster sitzt meine Mutter. Sie sieht krank, angeschlagen oder sauer aus. Da ich am 10.11.1952 geboren wurde, war meine Mutter zum Zeitpunkt dieser kleinen Feier schwanger mit mir und wusste es wohl auch schon. Da ich recht pünktlich zur Welt kam, wird sie in der zehnten oder elften Schwangerschaftswoche gewesen sein. Kann also gut sein, dass sie unter der klassischen Übelkeit litt.
Zu ihrer Linken sitzt Frau Metzlaff, eine Freundin der Familie, die auch nicht besonders gutgelaunt erscheint. Ihr Gatte war der Kapitän Erik(?) Metzlaff, der in den sechziger Jahren als Hafenkapitän in Bremerhaven eine gewisse Berühmtheit als Gastgeber des Hafenkonzerts erlangte. Ganz rechts (aus Sicht meiner Mutter) sitzt Resi, die spätere Gattin des Brauereibesitzers, meine spätere Babysitterin, mit einem unbekannten Herrn. » ganz lesen

publiziert am 16.02.13 in Alte Fotos ¦ 951x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Am Rheinstrand (1949)

mutter_oma_am_rhein_1949Auf der Rückseite dieses Abzugs steht lapidar „Düsseldorf 1949“ in der Handschrift meines Vaters. Und doch verbirgt sich dahinter eine ganze Familiengeschichte. Im Vordergrund sitzen meine Mutter, mein Bruder und meine Oma mütterlicherseits am Strand des Rheins, auf dem im Hintergund ein Lastschiff fährt. Auf dem Deich am gegenüberliegenden Ufer ist ein markanter Baum zu erkennen. Vieles spricht dafür, dass eine Bucht auf der linken Rheinseite in der Nähe der Anlegestelle Mönchenwerth zu sehen ist. Denn dann könnte die junge Familie mit der Großmutter zu Fuß dorthin gelangt sein. » ganz lesen

publiziert am 05.02.13 in Alte Fotos ¦ 931x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Arm dran – Teil 9

Früher, als alle noch jünger waren, also zu den jungen Leuten zählten, da galt der Freitagabend als Höhepunkt der Woche. Oberschüler, Lehrlinge, Studenten und auch Arbeiter unter dreißig, sie alle strömten in den Teil des Orts, den man immer noch Altstadt nennt. Ein Karnevalsschlager aus den Sechzigern behauptet nicht ganz zu unrecht, man habe vor Ort die längste Theke der Welt. Und tatsächlich gab es damals in jedem Haus eine Kneipe. Restaurants waren dünn gesät, und drei legendäre Imbisslokale erfüllten die Funktion der Volksernährung. Bars und Clubs waren auch vorhanden, blieben aber den Reichen und Schönen vorbehalten, und im Gegensatz zu den elitären neunziger Jahren hielt es die Mehrheit der Altstadtgänger für wenig erstrebenswert, dort einzukehren. » ganz lesen

publiziert am 10.01.13 in Einzelteile ¦ 1010x gelesen ¦ noch kein Kommentar

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