Die Seite 41

Die Glanzzeit der Fotokopie (3)

xeroxFotokopierer haben mich in jenen Jahren zutiefst fasziniert. Die Idee, von einem beliebigen Schriftstück beliebig viele Kopien anfertigen zu können, hatte in meinen Augen beinahe etwas mythisches. Und die Erfindung der Xerografie hielt ich für ebenso bedeutsam wie die des Buchdrucks. Aber schon vor der Erfindung ebendieser Xerografie hatte ich mit dem Kopieren zu tun. Ich erinnere mich noch sehr genau an den Geruch der Blaupausen im Büro meines Vaters. Der war Architekt, fest angestellt bei der Düsseldorfer Hirschbrauerei, wo er vor allem für den Wideraufbau, die Renovierung und in seltenen Fällen auch den Neubau von Gaststätten war. Außer Kneipen hat er genau ein Wohnhaus (wo wir hinzogen als ich gerade elf war) und das neue Verwaltunsgebäude der Brauerei an der Tussmannstraße geplant und als Bauleiter begleitet. Die großen Bögen aus einem pergamentähnlichen Material mit den blauen Linien und Beschriftungen rochen nach Essig, aber gleichzeitig auch irgendwie elektrisch. Das war übrigens bei den ersten Kopiergeäten auch so, denn die fertigten auch nur Blaupausen an. » ganz lesen

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publiziert am 12.01.14 in Stadtgeschichten ¦ 852x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Achtung! Hund in Ausbildung

clooney_penntWie schon erwähnt, geht Clooney momentan an der Schleppleine. Nein, er rennt an der Schleppleine. Oder noch genauer: Wir arbeiten gemeinsam an der langen Leine: er vorne, ich hinten. Das muss so sein, weil er sich im Freigelände zwar immer abrufen lässt, aber nicht mehr freiwillig anleinen. Er nähert sich auf Armlänge und weicht jedem Versuch, ihn wieder mit seinem Herrchen zu verbinden, aus. Gehen wir auf den Rheinwiesen, begegnen wir natürlich anderen Hunden mit ihren Halter/innen. Ein kurzer Austausch, ob es okay ist, und ich lass den Griff der Leine los. Dann können Sloughi und Kumpel durch die Gegend rasen. Da aber der Hauptgrund, weshalb sich unser Windhündling nicht mehr gern an die Leine legen lässt, vor allem andere Hunde sind, gibt es gelegentliche Kontaktverbote. Das bedeutet: Ich bestimme, ob und welchem anderen Köter Clooney spielt. Oft ist das begründbar: der Gegner ist zu klein oder zu alt – oder der/die Nesitzer/in erscheint mir zu doof. Manchmal verbiete ich das Spiel, weil der Gang zu Ende ist und es nachhause geht. Und ab und an mache ich es nur, weil ich es kann. War der Bursche bis vor Kurzem noch äußerst frustriert, wenn er nicht durfte wie er wollte, nimmt er das jetzt meistens so hin. Das alles ist Teil der Ausbildung oder – wie man es etwas härter ausdrücken kann: der Erziehung. » ganz lesen

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publiziert am 09.01.14 in Windhund namens Clooney ¦ 620x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Haut und Knochen – Teil 4

Wider Erwarten hielten sich alle Redakteure, die der PR-Berater Schreiner zum AMEK-Megastore geladen hatte, an die Absprache. Keine Zeile zu den Funden in den Möbelhäusern fand sich am Samstag in der Lokalpresse. Vielleicht lag es aber auch nur daran, dass die Journalistenmeute nach diversen Interviews mit den Köchen von Schreiner in die Kantine gelotst worden waren, wo man ihnen auf Anweisung des Marktleiters das Menü servierte, das eigentlich für die VIP-Gäste vorgesehen war, die angesichts der Umstände aber ausgeblieben waren. Im Kreise der Harten Hände und ihres Trosses verputzten die Medienvertreter also Lachs und Reh, tranken feine Weine und verschmähten auch den einen oder anderen Digestiv nicht. Kein Wunder, dass bis auf einen alle von ihnen den Redaktionsschluss für die Samstagsausgabe verpassten. » ganz lesen

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publiziert am 09.01.14 in Einzelteile ¦ 591x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Haut und Knochen – Teil 3

Irgendwas läuft hier ganz grundsätzlich schief, dachte sie, während sie auf der Brille saß und noch ein wenig sinnierte. Wenn die Götter gewollt hätten, dass Robert und ich hier gemeinsam einziehen, dann hätten sie schon dafür gesorgt, dass der Umbau reibungslos läuft. Als sie nach dem Abputzen den Kopf hob, blickte sie in das breite Grinsen eines großen Kerls, der in der Badezimmertür stand und auf den Absätzen wippte. » ganz lesen

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publiziert am 07.01.14 in Einzelteile ¦ 585x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Prädikat schussfest

wecoWir sind ja leidgeprüft: Clooneys Vorgängerin, die schöne Galga Pina, war ein Panikhund. Das bedeutete nicht nur, dass sie bei Feuerwerk und Gewitter zitternd und hechelnd durch die Wohnung tigerte und nicht selten vor Angst das Parkett nässte, sondern dieselben Symptome schon bei ein wenig Wind und Regen, der an die Scheiben schlug, zeigte. Über die Jahre hat sich dieses Verhalten verschlimmert – so sehr, dass ich am Tag vor ihrem Tod bei einem wirklich schweren Gewitter fast zwei Stunde mit ihr im dunklen Keller verbracht habe. Aber Pinas Panik ist auch ein prima Lehrstück, wie Mensch und Hund sich aufschaukeln. In den letzten Jahren waren wir Menschen schon derart sensibilisiert, dass allein schon eine Wettervorhersage uns unruhig machte, weil wir an das zu erwatende Theater der Hündin dachten. Kaum einer kann sich die grundsätzliche Erleichterung darüber vorstellen, dass der nicht mehr ganz so kleine Clooney gegenüber jeglicher Kapriole des Wetters völlig neutral agiert. Ja, während Pina am Spaziergang im Regen keinen Spaß hatte, macht dem Sloughi-Bub das Wasser von oben gar nichts aus. » ganz lesen

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publiziert am 02.01.14 in Windhund namens Clooney ¦ 602x gelesen ¦ noch kein Kommentar

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