Die Seite 25

Schlafende Hunde (20)

Der Kangal ist im mittleren und östlichen Taurusgebirge der Türkei beheimatet. In der Türkei genießt der Kangal ein hohes Ansehen; er ist gewissermaßen der Nationalhund, was ihm sogar zu einen Platz auf einer Briefmarke verholfen hat. Er hat kurzes, glänzendes, anlie-gendes Deckhaar, Fellkragen, besonders bei Rüden. Nicht vergessen werden darf, dass es sich um einen Herdenschutzhund handelt, der gewohnt ist, selbständig zu agieren. Er ist auf keinen Fall ein Anfängerhund. Er benötigt einen Besitzer, der Sicherheit und Respekt ausstrahlt. Bei dieser Rasse ist es unbedingt nötig, mit der Ausbildung schon sehr früh zu beginnen, denn ausgewachsene Exemplare sind mit Sicherheit zu groß, um in ihrem Verhalten noch korrigiert zu werden.

Alltag kann sehr schön sein. Besonders wenn man nicht jeden Morgen zur Arbeit gehen muss. In den letzten Wochen dieses Sommers genossen wir den Alltag, ohne uns der Illusion hinzugeben, dass wir uns im ewigen Urlaub befänden. Ich kündigte meiner Putzfrau, die darauf in Tränen ausbrach, die ich mit einem großzügigen Geldgeschenk zum Versiegen brachte. Friederike brachte mir diverse Haushaltsarbeiten bei – ich lernte sogar Bügeln, ohne es je ernsthaft anzuwenden. Wir hielten die Wohnung in Ordnung. Wir gingen drei Mal am Tag mit dem Hund raus. Wir gewöhnten uns an, dienstags und donnerstags am frühen Abend in das kleine Freibad, das vier Haltestellen entfernt war, zum Schwimmen zu gehen. Maya blieb zu Hause. Es schien ihr nichts auszumachen, ein paar Stunden allein zu sein. » ganz lesen

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publiziert am 23.10.15 in Schlafende Hunde ¦ 1098x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Schlafende Hunde (19)

Der Mops ist ein stämmiger kleiner Hund von unverkennbarem Molosser-Typ – also verwandt mit den großen Doggen – der kleinste Vertreter dieser Hundegruppe sozusagen. Der Mops hat nie irgeneine Aufgabe erfüllen müssen, er war immer “nur” Familienhund – ob nun im Schloss oder bei gewöhnlichen Menschen. Das bedeutet, dass er sich hervorragend für das enge Zusammenleben mit dem Menschen eignet. Keine Wohnung ist ihm zu klein, keine Familie zu groß, um sich wohl zu fühlen. Unsere Vorfahren wären unentschuldbar dumm gewesen, hätten sie es zugelassen, dass sich in ihrer unmittelbaren Nähe ein dummer Hund eingenistet hätte. Das Gegenteil ist richtig, der unmittelbare Kontakt zum Menschen erzwingt geradezu einen einfühlsamen, intelligenten Hausgenossen. Genau das ist der Mops. Und was die Faulheit angeht, ist ihm sein Herrchen oder Frauchen Vorbild, er ist genauso faul wie diese. Und so ausdauernd bei Spaziergang oder Wanderung wie seine Leute ist er allemal. Seine Haltung ist problemlos. Alles was er braucht, ist Familienanschluss. Auf den allerdings kann er nicht verzichten.

Die Hundstage hatten die Stadt im Griff. Das Sonnenlicht erhitzte die Häuserwände, sodass man unwillkürlich Abstand hielt und am Rand des Gehsteigs ging. Aus den Kellerlöchern der Altbauten kam es kalt, die Menschen waren langsam, suchten den Schatten. Nachts kühlte es sich nicht mehr ab, denn die Hitze des Tages, gespeichert in den Fassaden, glühte nach wie die Kohlen auf dem Grill lange nachdem die Koteletts gegessen sind. Ich hatte vorgeschlagen, den Abend mit Maya am Fluss zu verbringen, etwas zum Essen und Trinken mitzunehmen, eine sandige Bucht zu suchen, wo wir allein wären. Wir fuhren mit der Straßenbahn bis zur Endstation am Messegelände und wanderten schwitzend ans Ufer. Überall lagerten Gruppen, manche hatten Feuerstellen angelegt, die meisten grillten, Bierkästen kühlten im Wasser. Wir suchten Bucht für Bucht ab und fanden dann eine Stelle, an der außer uns nur noch ein älteres Ehepaar im Schatten auf einer Wolldecke saß und Händchen hielt. Selbst Maya war es zu warm. Normalerweise wäre sie ein paar Minuten verschwunden und hätte die Gegend erkundet. Jetzt lag sie apathisch hechelnd auf dem Tuch, das wir ausgebreitet hatten. Wir aßen Brot und Käse und tranken Wein dazu. » ganz lesen

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publiziert am 21.10.15 in Schlafende Hunde ¦ 1015x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Schlafende Hunde (18b)

Über Friederike wusste ich jetzt schon eine Menge, aber da waren noch viele Geheimnisse, die mich mehr verwirrten als neugierig machten. Während wir das Morgengrauen kommen sahen, mehr als einen Meter voneinander entfernt auf den Terrassenstühlen sitzend, fragte ich mich, ob es nicht besser für mich wäre, Friederike nicht näher kennenzulernen, diese merkwürdige Beziehung auslaufen zu lassen, einen Termin vorzuschützen und sie zu bitten, zu gehen, sie auf ein nächstes Treffen zu vertrösten. Was sollte denn entstehen? War ich verliebt? Mir wurde klar, dass ich keine Ahnung vom Verliebtsein und von der Liebe hatte. Wahrscheinlich ging es mir nur darum, nicht allein zu sein, einen warmen Arsch im Bett zu haben. Dabei waren wir seit unserer überraschenden Begegnung am Vortag noch gar nicht im Bett gelandet. Es wäre auch falsch gewesen, obwohl ich im Zwielicht des beginnenden Tages Phantasien von unseren Nächten während der Reise hatte, die mich erregten. Vielleicht wäre es der geeignete Test auf Zukunftstauglichkeit, jetzt Sex miteinander zu haben. » ganz lesen

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publiziert am 19.10.15 in Schlafende Hunde ¦ 726x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Schlafende Hunde (18a)

Der Kaukasische Owtscharka ist ein Hund mit zwei Gesichtern. Er teilt die Welt in zwei Stücke: “meine Welt” und “nicht meine Welt.” Er ist ein unabhängiger, intelligenter, sturer, dominanter und loyaler Hund. Er kann sehr liebenswürdig und anhänglich sein, aber nur zu seiner Zeit. Er hat kaum den Wunsch einem einen Gefallen zu tun; er will seinem Herrn Gesellschaft leisten, macht aber nicht alles was man Ihm sagt. Owtscharkas mussten früher im Arbeitseinsatz Ordnung ohne menschliche Hilfe halten, z.B. wenn die Schafe Wasser tranken. Die Hunde sorgten dafür das die Schafe nur in kleinen Gruppen Wasser tranken, da sonst die ganze Quelle zerstört worden wäre. Deshalb kombiniert der Owtscharka die Eigenschaften von Mißtrauen gegen Fremde mit großer Sensibilität und einem klaren Talent für die Situationsbeherrschung. Diese Eigenschaft gibt ihm psychologisches Übergewicht. Ein Owtscharka akzeptiert es, wenn ein dominanter Hund oder Mensch die Kontrolle hat. Wenn er aber Unsicherheit bemerkt, dann will er dominieren.

Es war aber nicht alles gelogen. Tatsächlich hatte schon als kleines Kind eine große Vorliebe für die Bühne, dafür, dass richtig lebende Menschen da oben zappeln und nicht bloß bunte Schatten auf einem Bildschirm. Sie hasste das Fernsehen, sie hasste jede Art von Mattscheibe. Deshalb erzählte sie immer, sie habe Schneiderin gelernt, wo sie in Wirklichkeit doch eine öde Ausbildung als Fremdsprachenkorrespondentin absolviert hatte, wo sie dann eben Tag für Tag vor einem Monitor gesessen hatte. Und das mit ihrem ersten Mal das sei frei erfunden, das habe sich in der echten Welt ganz anders zugetragen, das werde sie mir ein anderes Mal erzählen, auch wenn es ziemlich unspektakulär abgelaufen sei. » ganz lesen

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publiziert am 17.10.15 in Schlafende Hunde ¦ 1579x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Schlafende Hunde (17)

Die Französische Bulldogge ist in der Regel weder Raufer noch Kläffer oder Jäger. Sie ist hitze- und kälteempfindlich und hat eine Lebenserwartung von 8 bis 10 Jahren. Der Bully ist muskulös, beweglich und drahtig, sein Haar ist fein, kurz und glänzend. Die Haltung der Französischen Bulldogge ist fast überall möglich, auch und gerade in der Großstadt, sofern der kurzläufige und kurzatmige Hund nicht zu viele Treppen steigen muss. Für die Haltung im Zwinger ist er absolut ungeeignet, er braucht unbedingt viel Zuwendung. Er ist ein pflegeleichter und unkomplizierter Begleit- und Gesellschaftshund, der auch für den Hundeanfänger und Familien mit Kindern geeignet ist.

Es ist einfach, Vorurteile gegen Taxifahrer zu entwickeln. Vorurteile, die je nach Breite und Tiefe der einschlägigen Erfahrungen an den Rändern in Richtung Rassismus ausfransen können. Eigentlich fahre ich gerne Taxi, es ist ein Luxus, den ich immer genossen habe – jedenfalls seitdem ich es mir leisten kann, jederzeit bei Bedarf eines zu rufen und mich chauffieren zu lassen. Es gab einen Zeitpunkt vor einigen Jahren, ab dem mir nach und nach die Freude am Taxifahren verleidet wurde. Wie soll jemand, der seine Heimatstadt nie länger als ein halbes Jahr verlassen hat, ertragen können, wenn ein Fahrer den Weg von A nach B, den Taxichauffeure seit Jahrzehnten auf die immer gleiche Art nehmen, ignoriert und bei der Ankunft ein um mindestens zwanzig Prozent höherer Betrag auf der Uhr steht als sonst? Wenn der Mann am Steuer einen nach der Angabe des Fahrtziels verständnislos anschaut und fragte: Wo iss dassen? Wenn der Herrscher des Wagens das Fenster, das man ein wenig geöffnet hat, ferngesteuert wieder schließt, ohne auch nur etwas dazu zu sagen? Wenn be-hauptet wird, man können auf einen Hunderter nicht herausgeben, da müsse man eben bei einer Tankstelle zum Wechseln vorbeifahren, das würde aber extra kosten? » ganz lesen

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publiziert am 15.10.15 in Schlafende Hunde ¦ 998x gelesen ¦ noch kein Kommentar

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