Die Seite 95

Badewanne

Als wir alle am Tag nach Thibauds angeblichem Tod in der ehemaligen Mensa beisammen saßen, müde und traurig, und Tee tranken, wollte natürlich jeder von einem persönlichen Erlebnis mit ihm berichten. Auch Eric fing mit einem “Wisst ihr noch…” an, brach aber ab und lachte laut auf. Nur Sue erzählte gefasst und lückenlos von dem Tag als Thibaud morgens in die Badewanne gestiegen war und nach vierzehn Stunden immer noch darin saß und dann erstmals quer durchs Haus nach ihr rief. “Bring mir bitte eine Flasche von dem 86er Saint Emillion”, habe er sie gebeten. Als sie mit dem Wein und einem Glas ins Badezimmer zurückgekehrt sei, habe er sehr flach in der Wanne gelegen, und sein großer, steifer Penis habe aus dem Wasser geschaut wie ein Leuchtturm. Er habe da mit geschlossenen Augen gelegen und eine auffordernde Handbewegung gemacht. Sue schilderte detailliert, was sie mit seinem Glied gemacht hatte, und Jill fragte natürlich: “Hast du geschluckt?” » ganz lesen

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publiziert am 16.04.05 in Thibaud ¦ 1660x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Mechanik

Eines Tages fuhr Thibaud auf einem Motorrad vor. Jill hatte gerade Männertreu am Rande des Steingartens gesetzt, während ich am Zaun arbeitete. Die Maschine war nicht sehr groß, aber laut. Thibaud trug schwarzes Leder und einen altmodischen Helm mit Stofflappen, die seine Ohren bedeckten. Er bockte das Motorrad am Bordsteinrand auf und kam in den Garten. Dort nahm er den Helm ab und grinste uns an. Jill wischte sich die Hände an der Schürze ab und kam zu uns. » ganz lesen

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publiziert am 01.04.05 in Thibaud ¦ 1809x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Substanzen

Auch nach dem Essen wollte uns Thibaud nicht verraten, welche Zutaten er verwendet hatte. Wir saßen immer noch zu zehnt am Buchentisch und schmeckten dem Gericht nach, dass er für uns zubereitet hatte. Eileen spürte es zuerst. Ich blickte genau in diesem Moment eher zufällig in ihre Augen und sah die Pupillen auf Stecknadelkopfgröße zusammenschrumpfen. Sie kicherte zweimal kurz und hysterisch. Am anderen Ende des Tisches stimmte Helmut ein altes, niederösterreichisches Volkslied an, und Yoo-Yin zog sich das gelbe T-Shirt über den Kopf. Mir ging es gut, auch wenn mich die handtellergroßen Kampfflugzeuge irritierten, die zwischen den Tellern und Schüsseln landeten und wieder starteten. » ganz lesen

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publiziert am 17.03.05 in Thibaud ¦ 1810x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Kurzschluss

In den späteren Jahren fand man Thibaud nur noch auf der Veranda, die er zu einem Hightech-Wintergarten hatte umbauen lassen. Filmbilder flimmerten dort frei im Raum, Musik empfing er drahtlos und ohne Umweg über Lautsprecher oder Kopfhörer mit dem Wifi-Chip hinter der rechten Schläfe. Ein Nachbar hatte uns angerufen und sich sehr besorgt gezeigt, weil Thibaud sich seiner Beobachtung nach seit Tagen nicht mehr aus dem Sessel hinter den hohen Scheiben bewegt hatte. » ganz lesen

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publiziert am 10.03.05 in Thibaud ¦ 2003x gelesen ¦ noch kein Kommentar

Trepanation

Nach nächtelangen Diskussionen hatten wir schließlich eingewilligt. Thibaud hatte uns zwar nicht überzeugen können, aber sein Wunsch nach der Trepanation war so groß, dass wir es mehr und mehr als Freundespflicht empfanden, den Eingriff an seinem Schädel auszuführen.

Sarah hatte das notwendige Material für die Betäubung und die Wundversorgung besorgt, ich hatte die Schlagbohrmaschine mitgebracht. Thibaud bestand darauf, dass man ihm den Schädel scheren sollte. Gwen tat ihm den Gefallen mit einem Elektrorasierer. Nachdem wir die geeignete Stelle auf seiner Stirn identifiziert und markiert hatten, wollte Sarah den Shunt für die Anästhesie setzen, aber Thibaud lehnte schließlich mit dem Argument ab, das Öffnen der Haut über dem Schädelknochen wäre auch nicht schmerzhafter als eine beliebige Platzwunde. » ganz lesen

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publiziert am 01.03.05 in Thibaud ¦ 1863x gelesen ¦ noch kein Kommentar

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